Marktbericht: Neue KI-Sorgen dürften DAX belasten

Marktbericht: Neue KI-Sorgen dürften DAX belasten

Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 04.02.2026 07:34 Uhr

KI-Sorgen halten die Börsen weltweit einmal mehr in Atem und machen auch vor dem DAX nicht Halt. Der Optimismus vom Wochenanfang ist vorerst wieder gedämpft. Der DAX dürfte verhalten starten.

Wie gewonnen – so zerronnen. Nach einem positiven Wochenauftakt sind die Gewinne im DAX weggebröckelt. Zur Wochenmitte stellt sich wieder einmal die Frage, welche Folgen der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) für verschiedene Branchen haben wird. Der DAX dürfte entsprechend verhalten in den Handel starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex 0,07 Prozent auf 24.781 Punkte verloren. Er würde damit den schwachen Vorgaben aus den USA, aber auch aus Asien folgen:

Ein Kursrutsch bei Technologie-Aktien hatte die US-Börsen am Dienstag ins Minus gedrückt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 49.241 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,4 Prozent auf 23.255 Zähler nach und der S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 6.918 Stellen ein.

Belastet wurden die Börsenbarometer von fallenden Datenanalyse- und Softwareaktien. Als Auslöser nannten Händler Sorgen über die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic. Dabei handelt es sich um ein Tool, mit dem sich das ‌Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. Die US-notierten Titel des kanadischen Medienkonzerns Thomson Reuters, zu dem neben der Nachrichtenagentur Reuters auch die juristische Datenbank Westlaw gehört, rutschten ‍um 15,6 Prozent ab.

Unter die Räder gerieten auch Softwareunternehmen. So ‍fielen die Kurse von Microsoft, Oracle, Salesforce, ServiceNow und Adobe um 2,8 bis 7,3 Prozent. “Softwareunternehmen galten eigentlich als Gewinner des KI-Booms”, sagte Lars Skovgaard, Stratege bei der Danske Bank. “Aber plötzlich kommt die ‌Sorge ‍auf, ob sich die Investitionen überhaupt wieder einspielen – und ob man nicht von neuen Entwicklungen überholt wird.”

Heute zieht der Pharma-Konzern Novo Nordisk, aber auch Konkurrent Eli Lilly aus den USA, Quartalsbilanz. Novo Nordisk hatte am Dienstagabend gewarnt: Der Umsatz dürfte in diesem Jahr stärker sinken als gedacht, weil einerseits die Konkurrenz immer stärker wird und andererseits die Preise für Medikamente in den Vereinigten Staaten sinken. Die Aktie war daraufhin zweistellig eingebrochen.

Auch die Google-Mutter Alphabet legt Quartalszahlen vor. Hier geht es vor allem um die Frage, inwieweit sich die hohen KI-Investitionen bereits auszahlen. Der Konzern gilt als großer Gewinner des Booms um Künstliche Intelligenz, dementsprechend hoch sind die Erwartungen.

In der Schweiz berichtete die Großbank UBS bereits von einem gestiegenen Gewinn und niedrigeren Kosten für das vergangene Jahr und stellt den Aktionären eine Dividendenerhöhung von 22 Prozent in Aussicht. Zudem peilt der Konzern Aktienrückkäufe von ​drei Milliarden Dollar an, wenn möglich sollen ‌es sogar ​mehr sein.

Die Gold- und Silberpreise haben sich von ihren Verlusten der vergangenen Tage etwas erholt. Gold kostet wieder deutlich mehr als 5.000 US-Dollar je Feinunze. In den vergangenen Tagen war das Edelmetall nach langer Rally erheblich unter Druck geraten.

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