marktbericht
Der Auftritt des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum zeigt Wirkung: Nach einem nervösen Handel erholen sich die Aktienmärkte. Der DAX konnte seine Verluste aber nicht ganz wett machen.
Mit Spannung haben Anlegerinnen und Anlege die Rede von Donald Trump in Davos erwartet. Im Vorfeld waren die Börsen deutlich unter Druck geraten. Zeitweise notierte der Leitindex DAX am Mittwoch fast eineinhalb Prozent im Minus, konnte sich dann aber erholen. Das Börsenbarometer beendete den Handel mit 24.561 Punkten, ein Minus von 0,6 Prozent.
Während seines Auftritts vor Wirtschaftslenkern, Politikern und Journalisten bekräftigte Trump seinen Anspruch auf Grönland. Betonte aber gleichzeitig, keine Gewalt anwenden zu wollen. An den Börsen reichten diese Worte aus, um die Kursen wieder nach oben zu bewegen.
“Die Aussagen von Donald Trump wirken weniger wie ein strategischer Plan, sondern vielmehr wie eine klassische Beruhigungspille auf Zeit”, kommentiert Marktanalyst Timo Emden. Für die Märkte zähle aktuell weniger, was gesagt werde, sondern dass der Ton moderater ausfalle als befürchtet.
Nach der jüngsten Rekordrally bleiben viele Anleger von der Sorge geplagt, etwas zu verpassen, und zuletzt war immer wieder Kaufbereitschaft aufgekommen. Anlegende sollten aber auch bedenken, dass der DAX beim letzten Zollschock zunächst über 18 Prozent verloren hatte. Dagegen nehmen sich die bisher 2,5 Prozent Verlust im deutschen Leitindex noch recht bescheiden aus.
Nach Verlusten gestern drehten die wichtigen US-Indizes an der Wall Street ins Plus – etwa der industrielastige Dow Jones. Entspannung auch am Anleihemarkt: Nach dem Abverkauf bei US-Staatsanleihen, konnten sich die Kurse wieder etwas erholen.
Wiederholt hat der US-Präsident seine Kritik an Europa. Der Kontinent bewege “sich nicht in die richtige Richtung” und will jetzt über den Erwerb von Grönland schleunigst verhandeln. Das EU-Parlament hat unterdessen das im Juli vergangenen Jahres ausgehandelte Zollabkommen mit den USA erst einmal auf Eis gelegt.
Auf der Suche nach Sicherheit treiben die Anleger auch heute Gold und Silber auf neue Rekordstände. Der Goldpreis notierte am Morgen 1,7 Prozent höher bei 4.859 Dollar pro Feinunze.
Im DAX fällt erneut die Qiagen-Aktie mit starken Gewinnen auf. Der Laborspezialist und Diagnostikkonzern steht im Zentrum von Übernahmespekulationen. Laut einem Bloomberg-Bericht erwägt der DAX-Konzern strategische Optionen. Der Aufsichtsrat prüfe laut Insidern bereits das vorläufige Interesse potenzieller Interessenten.
Angesichts des wohl baldigen Abschieds von Konzernchef Thierry Bernard könnte dabei der Weg für eine Übernahme von Qiagen frei sein. Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. An der Börse sorgen die Nachrichten unterdessen für reichlich Kursfantasie.
Der Erfolg der finalen Staffel “Stranger Things” hat Netflix Rückenwind gegeben. Der US-Streamingdienst hat die Marke von 325 Millionen Kunden geknackt – entsprechend stieg der Umsatz. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im vergangenen Quartal auf 2,42 Milliarden Dollar. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von rund 29 Prozent.
Mit seinem Ausblick konnte der Konzern dagegen nicht überzeugen. Zudem bereitete der Übernahmekampf um den Rivalen Warner Bros. Discovery einigen Anlegern Sorgen. Papiere von Netflix verlieren an der Wall Street deutlich.
Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern Continental hat 2025 seine Jahresziele auf Konzernebene voraussichtlich erreicht. In der zu verkaufenden Sparte Contitech sah es aber wegen einer ausbleibenden Markterholung und Umbaukosten nicht rosig aus. Das teilte der DAX-Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen mit.
Angesichts des anstehenden offiziellen Startschusses für den Verkaufsprozess sorgten sich Experten um die Auswirkungen auf einen möglichen Preis. Die Conti-Aktie kam zunächst deutlich unter Druck, holte dann aber wieder etwas auf.
