Marktbericht: Luxus-Aktien profitieren von Kering-Zahlen

Marktbericht: Luxus-Aktien profitieren von Kering-Zahlen

Gucci-Taschen in einem Schaufenster


marktbericht

Stand: 10.02.2026 13:31 Uhr

Der Gucci-Eigner Kering blickt optimistisch in die Zukunft. Das stimmt Investoren zuversichtlich, die Aktie des Luxuskonzerns steigt prozentual zweistellig. Das beflügelt den Sektor europaweit.

Luxus-Aktien gehören heute zu den gefragten Titeln am deutschen wie am europäischen Aktienmarkt. Rückenwind kam vom Luxus-Hersteller Kering, bekannt vor allem für seine Marken Gucci und Yves Saint Laurent. Kering lässt Anleger mit Quartalszahlen aufhorchen, die besser ausgefallen sind als erwartet. Zugleich gab der Konzern einen positiven Ausblick nach langen Jahren der Krise.

Daraufhin zog die Aktie prozentual zeitweise an. Am Freitag waren Kering-Aktien noch auf den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres gefallen – in Erwartung der Zahlen. Die positive Kursentwicklung von Kering beflügelt heute den gesamten Sektor. In Deutschland stiegen Hugo-Boss-Aktien, in Frankreich LVMH und Hermès, in London die Aktien von Burberry.

Positiver Ausblick: Wieder Wachstum

Kering hatte gemeldet, dass der Umsatz des französischen Luxusgüterkonzerns zwar im vierten Quartal währungsbereinigt um drei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro sank. Und auch die Erlöse der wichtigsten Marke Gucci, die seit zehn Quartalen in Folge schrumpft, gingen um zehn Prozent zurück. Allerdings fielen die Einbußen geringer aus als von Analysten befürchtet. “Die Dynamik ist real – früh, zerbrechlich, aber real”, erklärte der frühere Renault-Chef de Meo, der ‌sein erstes Quartal an der Kering-Spitze verantwortete.

De ‌Meo ‍stellte für das kommende Jahr wieder Wachstum und steigende Profitabilität in Aussicht. Um die Wende zu schaffen, hat der Konzern bereits Kosten gesenkt und im vergangenen Jahr 75 Boutiquen geschlossen. De Meo ​kündigte nun an, die Investitionen in die Marken zu verstärken und das Management-Team umzubauen, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.

Gucci steht im Fokus

Im Zentrum der Sanierungsbemühungen steht die Marke Gucci, die für rund die Hälfte des Konzernumsatzes und zwei Drittel des Gewinns steht. Die Hoffnung ruht hier auf dem neuen Kreativdirektor Demna Gwassalia, der Ende des Monats seine erste Kollektion vorstellen wird. Von ihm wird erwartet, dass er der Marke nach einer längeren Schwächephase wieder eine klare kreative Richtung gibt.

Die ersten Produkte aus seiner Feder sollen im zweiten ​Quartal in die Läden kommen. Nach Angaben von Finanzchefin Armelle Poulou verzeichnete Gucci bereits Ende vergangenen Jahres in “fast allen Regionen” eine leichte Verbesserung, ‌die auf neu eingeführte Produkte und den Absatz ​von Handtaschen zurückzuführen war. Wie dringend die Sanierung ist, unterstreichen die Zahlen für das ​Gesamtjahr 2025. Der operative Gewinn brach auf 1,63 Milliarden Euro ein. Die operative Marge der Gruppe schmolz auf elf Prozent. Der große Rivale LVMH kam im gleichen Zeitraum auf eine Marge von 22 Prozent, was den Abstand zwischen den ‌beiden französischen Luxusgiganten verdeutlicht.

Analysten verhalten positiv

“Kering steht erst am Anfang eines mehrjährigen Sanierungsprozesses, und die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 sollten den Anlegern die eingeschlagene Richtung verdeutlichen”, kommentierten Analysten der Deutschen Bank. RBC-Analysten bescheinigten dem Konzern eine leichte weitere Verbesserung. Die Analysten von Barclays hoben hervor, dass der Umsatz besser ausfiel als erwartet.

Die UBS bestätigte Kering mit der Einstufung “neutral” und einem Kursziel von 345 Euro. die Deutsche Bank votiert mit “Hold” und 300 Euro Kursziel. Ähnlich entschied die Citigroup: “neutral” bei 319 Euro. Skeptischer ist JP Morgan: Eine bestätigte “Underweight”-Bewertung geht mit einem Kursziel von 235 Euro einher.

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