Marktbericht: Die Börsenrekorde stehen auf dem Prüfstand

Marktbericht: Die Börsenrekorde stehen auf dem Prüfstand

Börsenhändler an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 13.01.2026 07:59 Uhr

Zum Wochenauftakt haben die Anleger das DAX-Allzeithoch weiter nach oben getrieben – trotz des Machtkampfes um die US-Notenbank. Heute rücken die Unternehmen in den Fokus, denn die Berichtssaison beginnt.

Wieder ein neuer Rekord für den DAX – zum ersten Mal knackte der deutsche Leitindex gestern die Marke von 25.400 Punkten. Auf dem Parkett wird darüber diskutiert, wie lange die Rekordserie noch anhält. Seit Weihnachten ging es für den DAX stetig bergauf. Mancher Analyst hält ihn mittlerweile für überkauft.

Noch aber könnte die Rally weitergehen: Indikationen zufolge kann der DAX sein Rekordniveau auch heute zum Start in den Handel halten. Der Broker IG taxierte den Leitindex vor dem Auftakt 0,2 Prozent höher auf 25.446 Punkte. Dies würde reichen, um das Vortageshoch bei 25.421 Zählern noch einmal zu überbieten.

Die gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt hängt mit der Erwartung zusammen, dass sich die deutsche Wirtschaft aus ihrer Krise befreit und bald wieder wächst. Investitionen in die Infrastruktur und den Rüstungsbereich könnten dabei eine zentrale Rolle spielen, lautet die Hoffnung der Anleger.

Noch aber ist die Lage der Wirtschaft kritisch. Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, fordert mehr Einsatz von Politik und Beschäftigten. Auf einem Empfang der Deutschen Bank in Berlin sagte er, ohne tiefgreifende Reformen sei zu befürchten, dass das Potenzialwachstum in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts auf null sinke: “Das wäre der Beginn einer strukturellen Stagnation – einer Ära ohne Wachstum. Und jeder kleine Rückschlag würde eine Rezession bedeuten”, so Sewing.

Die Rekorde an der Börse stehen ab heute verstärkt auf dem Prüfstand. Am frühen Nachmittag werden in den USA die Inflationsdaten für den Dezember erwartet. Zudem läutet der US-Finanzkonzern JPMorgan Chase heute die Berichtssaison ein. Weitere Großbanken, etwa die Citigroup und die Bank of America, folgen dann am Mittwoch.

Analysten erwarten, dass im vierten Quartal die Erträge aus dem Investmentbanking gestiegen sind. Investoren dürften zudem auf Kommentare der Banken zu den Verbraucherausgaben achten, um einen besseren Einblick in die allgemeine Wirtschaftslage zu bekommen. In den kommenden Wochen werden dann auch die deutschen Konzerne nach und nach ihre Bücher öffnen.

Großes Thema für die Finanzmärkte bleibt der Machtkampf um die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die US-Regierung hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell eingeleitet und damit eine Welle der Kritik ausgelöst. Viele sehen die Unabhängigkeit der Fed in Gefahr.

An der Wall Street aber konnten die Indizes gestern – trotz des Streits um die Fed – weiter zulegen. “Die Marktteilnehmer sind an ein ständiges Hin und Her bei angekündigten Maßnahmen und möglichen Politikänderungen gewöhnt”, konstatierte Jordan Rizzuto, Chefanleger bei GammaRoad Capital Partners.

Der US-Leitindex Dow Jones erreichte einen neuen Höchststand und schloss 0,2 Prozent höher bei 49.590 Punkten. Der marktbreite S&P 500 erklomm nach seinem Rekordhoch vom Freitag ebenfalls eine weitere Bestmarke und gewann letztlich 0,2 Prozent auf 6.977 Zähler.

Rekorde zeigen sich auch in Japan. Für den Leitindex Nikkei ging es um mehr als drei Prozent bergauf. Der Index markierte ein neues Allzeithoch, schloss den Handel bei 53.636 Punkten. Analysten führen das auf den Boom rund um die Künstliche Intelligenz (KI) zurück. Anleger zeigten sich optimistisch, ‍dass die Nachfrage nach KI-Anwendungen das Gewinnwachstum der Unternehmen weiter antreiben wird.

Ölpreise bleiben stabil

Auch die Lage im Iran bleibt für die Finanzmärkte ein Thema. Die geopolitischen Risiken spielen vor allem für die Rohstoffmärkte eine Rolle. Die Ölpreise waren zu Wochenbeginn kräftig gestiegen. Nun hat sich die Lage stabilisiert. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI zeigten sich am Morgen wenig bewegt.

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