marktbericht
Der DAX könnte seinen Erholungskurs heute fortsetzen. Positive Vorgaben gibt es aus den USA und aus Asien – befeuert durch den Wahlsieg der japanischen Premierministerin. Anleger trauen sich wieder nach vorne. Aber zwei Sorgen schwingen weiter mit.
Der DAX wird seinen bisherigen Weg der Erholung wohl auch heute weitergehen. Banken und Broker erwarten den Leitindex 0,1 Prozent im Minus bei rund 24.995 Punkten. Schon gestern ging es für den DAX dynamisch in diese neue Handelswoche – sogar mit einem Sprung über die Marke von 25.000 Punkten.
Positive Signale gab und gibt es für den DAX weiterhin von den Börsen in Tokio und in New York. Denn der Wahlsieg der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi treibt vor allem den japanischen Leitindex Nikkei an. Zwischenzeitlich sprang dieser um 2,8 Prozent nach oben auf rund 57.665 Punkte.
Die in Japan von der neuen Regierungschefin angestrebten Konjunkturprogramme für Unternehmen heben offenbar die Laune von Anlegerinnen und Anlegern.
Aber nicht nur in Japan, sondern auch an anderen asiatischen Aktienmärkten ist Stimmung gut. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte um 0,7 Prozent zu. “Die Investitionsprogramme der großen Unternehmen nehmen eher zu als ab, was typischerweise gut für die Wirtschaftsaktivität ist”, sagte Kees Verbaas, globaler Leiter für fundamentale Aktien bei Robeco. Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierten hingegen.
Ein ähnliches Bild, wenn auch aus anderen Gründen, an der Wall Street. Tech-Werte sind wieder gefragt – der Nasdaq konnte fast ein Prozent zulegen, auf 23.239 Punkte.
Der Leitindex Dow Jones sprang erstmals über die Marke von 50.000 Punkten und schloss am Ende knapp 0,1 Prozent fester mit 50.135 Punkten.
Besonders gefragt waren Nvidia, Microsoft und Oracle, die so ihre jüngsten Verluste hinter sich lassen konnten. Vorangegangen war eine Woche voller Unsicherheit und Schwankungen, ausgelöst durch die milliardenschweren KI-Investitionen von Amazon, Google, Meta und Microsoft.
Rund 650 Milliarden Dollar wollen diese US-Techkonzerne in den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) stecken. “Die Anleger sind also nicht an einen so hohen Preis für KI-Investitionen gewöhnt und sind auch vorsichtig, woher die Rendite dieser Investitionen kommen soll”, sagte Anna Rathbun von Grenadilla Advisory.
Diese Nachricht hat Unruhe unter Anlegerinnen und Anlegern ausgelöst. An den Märkten fragt man sich immer wieder, ob sich diese riesigen Investitionen in KI auch wirklich in Zukunft auszahlen. Die Angst vor einer möglichen Blase rund um das Börsen-Boom-Thema Künstliche Intelligenz schwingt nach wie vor mit.
In dieser Woche aber stehen erst einmal wichtige Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten in den USA im Fokus der Investoren. Die Hoffnung auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed im Juni ist zurück am US-amerikanischen Aktienmarkt.
In Deutschland stehen heute Quartalszahlen verschiedener Unternehmen im Mittelpunkt. Darunter auch der Reisekonzern TUI, der den operativen Gewinn zum Winterstart steigern konnte – vor allem wegen guter Geschäfte mit Hotels und Kreuzfahrten.
TUI konnte ein deutliches Plus bei den Gästezahlen verzeichnen – die eigenen Jahresziele werden bekräftigt. Außerdem will das Unternehmen offenbar zum ersten Mal seit 2019 wieder eine Dividende an seine Anlegerinnen und Anleger auszahlen.
Im Blick haben Börsianer zudem die Automobilbranche. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellt den Ausblick für das laufende Jahr vor. Internationale Autobauer, wie Mazda, Honda, Ferrari und Ford legen heute ebenfalls ihre Bilanz vor.
Der Blick von Börsenprofis richtet sich aber auch auf die Commerzbank, den Energietechnikkonzern Siemens Energy und auf die Deutsche Börse – diese Unternehmen wollen zur Wochenmitte hin, ihre Zahlen vorlegen. Am Donnerstag dann folgen Mercedes-Benz und Siemens.
