Marktbericht: DAX vor weiterer Stabilisierung

Marktbericht: DAX vor weiterer Stabilisierung

Händlerin an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 09.02.2026 07:30 Uhr

Nach der Erholung an der Wall Street dürfte sich auch der DAX heute weiter stabilisieren. Die Börse in Tokio ist nach dem Wahlsieg der japanischen Regierungspartei auf ein Rekordhoch gestiegen.

Die Stabilisierung im DAX dürfte auch zu Wochenbeginn anhalten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Handelsstart 0,3 Prozent höher auf 24.793 Punkte. Nach drei Verlusttagen in Folge hatte er sich am Freitag etwas erholt und war mit einem Gewinn von 0,9 Prozent bei 24.721 Zählern aus dem Handel gegangen.

Die Marke von 25.000 Punkten könnte sich für den DAX aber auch in dieser Woche als hohe Hürde erweisen. So haben die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Künstliche Intelligenz (KI) und die anhaltenden geopolitischen Sorgen einerseits das Zeug dazu, das Börsenbarometer erneut zu belasten. Andererseits könnten wichtige Konjunkturdaten aus den USA den DAX stützen, wenngleich viel Positives bereits in den Kursen berücksichtigt zu sein scheint.

Am Mittwoch und Freitag stehen in den USA der Arbeitsmarktbericht und Inflationsdaten an, die die Investoren auf neue Signale für den Kurs der US-Notenbank Federal Reserve abklopfen werden. Am Markt wird aktuell damit gerechnet, dass sie 2026 die Leitzinsen zwei Mal senkt, um Investitionen sowie Kredite billiger zu machen und die Konjunktur damit anzukurbeln. Falls vom Lohnwachstum, von der Beschäftigung oder der Preisentwicklung keine allzu negativen Impulse ausgehen, dürfte das nicht infrage gestellt werden.

Aktienstratege Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mahnt dennoch zur Vorsicht. Zwischen der Bewertung am Aktienmarkt und dem Konjunkturverlauf habe sich seit geraumer Zeit eine enorme Lücke aufgetan. Bessere Konjunkturdaten würden somit lediglich das nachvollziehen, was Aktien bereits seit Monaten eingepreist hätten. Unter dem Strich spricht also einiges dafür, dass der DAX keine eindeutige Richtung finden dürfte.

“Einen klaren Trend bleibt der DAX den Anlegern weiterhin schuldig”, schreibt Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank. Nachdem die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, einer Zinssenkung im Euroraum eine Absage erteilt hat, verlagere sich die Hoffnung der Anleger nun auf positivere Signale aus den USA.

Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde. Zur Wochenmitte veröffentlichen aus dem DAX die Commerzbank, der Energietechnikkonzern Siemens Energy und die Deutsche Börse ihre Bilanzen. Am Donnerstag folgen der Autobauer Mercedes-Benz und der Technologiekonzern Siemens, der sich aktuell mit dem Softwareriesen SAP ein Wettrennen um den Titel des wertvollsten DAX-Unternehmens liefert.

Heute könnte erst einmal die kräftige Erholung der US-Börsen dem DAX Auftrieb verleihen. Nach dem jüngsten Kursrutsch bei Technologieaktien wegen der Sorge, dass sich die KI-Investitionen nicht rechnen könnten, war am Freitag die Risikobereitschaft zurückgekehrt. Der Dow Jones sprang erstmals über die Marke von 50.000 Punkten und beendete den Tag mit einem Plus von 2,5 Prozent. Auch der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 legten deutlich zu.

Auch aus Japan gibt es positive Signale. Der klare Wahlsieg der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat der Börse in Tokio zu einem Rekordhoch verholfen. Anlegerinnen und Anleger setzen auf neue Konjunkturprogramme der Regierung. Der Leitindex Nikkei sprang zeitweise um knapp sechs Prozent nach oben und überschritt zum ersten Mal die Marke von 57.000 Punkten. Auch die anderen asiatischen Börsen legten zu. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um ein Prozent.

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 49 Cent auf 67,56 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fiel um 42 Cent auf 63,13 Dollar. Die unmittelbare Angst vor Lieferunterbrechungen im Nahen Osten haben deutlich nachgelassen.

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