Marktbericht: DAX steigt moderat | tagesschau.de

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Börsenhändler an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 30.01.2026 10:08 Uhr

Nach einem ruppigen Donnerstag gelingt ein gewinnbringender Handelsauftakt in Frankfurt. Der DAX steigt moderat. Auf Wochensicht steht wohl allerdings ein Minus an.

Positive Nachrichten verschiedener Unternehmen, eine Einigung in den USA zwischen Demokraten und Republikanern im Haushaltsstreit, Gesprächsbereitschaft der USA im Iran statt militärischer Eskalation und ein möglicherweise gemäßigter Nachfolger auf dem Chefsessel der gewichtigen US-Notenbank: Es gibt einige Positiv-Faktoren für die Frankfurter Börse.

Der DAX legte im frühen Handel moderat zu. Er gewinnt 0,7 Prozent auf 24.481 Punkte – nach einem kräftigen Kursrutsch am Vortag. Experten warnen aber auch: “Geopolitische Themen bleiben mit den Sorgen vor einem möglichen Militärschlag der USA gegen den Iran präsent und die Risikoaversion kann jederzeit weiter zunehmen”, kommentieren Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg von der Helaba. Außerdem sollte das Hauptaugenmerk auf den Konjunkturdaten liegen – etwa den Inflationszahlen für Januar und US-Daten zum Verbrauchervertrauen. Auf Wochensicht dürfte ein Minus auf der DAX-Tafel stehen.

Die Vorgaben aus den USA waren durchwachsen: Der Dow Jones gewann als einziger großer Index an Wert. Er ging mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 49.071 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 6.969 Zähler. Der Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 23.685 Punkte, weil vor allem bei Technologie-Aktien Gewinne mitgenommen wurden. Diese Tendenz setzte sich im asiatischen Handel fort, nachdem vor allem Microsoft mit seiner Bilanz enttäuscht hatte.

Zu den positiven Nachrichten aus den USA gehörte dagegen die Quartalsbilanz vom iPhone-Hersteller Apple. Apple hatte mit der Generation des iPhone 17 rekordhohe 85 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet – ein Plus von 23 Prozent. Vor allem in China war die Nachfrage hoch. Allerdings gibt es Engpässe bei Chips, denn nicht nur bei Apple steigt die Nachfrage danach, sondern auch bei der Konkurrenz. Nichtsdestotrotz – die Zahlen wurden nachbörslich mit steigenden Kursen quittiert.

Mit Spannung wird erwartet, welchen Kandidaten für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) der US-Präsident heute präsentiert. Vor ‍der erwarteten Entscheidung hat sich der frühere Notenbank-Gouverneur Kevin Warsh offenbar als Favorit herauskristallisiert. Auf der Kandidatenliste stehen insgesamt vier Personen. Alle befürworten niedrigere ​Zinsen, was Trump zur Bedingung gemacht hatte.

“Die schlimmsten Befürchtungen, dass die Fed ihren guten Ruf als verlässliche Notenbank verliert, dürften sich mit Warsh nicht bewahrheiten”, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Ob Warsh tatsächlich dem Wunsch des Präsidenten nach niedrigeren Zinsen folgt, bleibe abzuwarten. “Warsh versteht aber, dass die Fed und deren guter Ruf essentiell für das Wohlergehen der USA sind. Es geht dabei um die Stabilität des Finanzsystems.” Der Dollar reagierte verhalten positiv.

Von den Unternehmen in Deutschland macht der Sportartikel-Hersteller Adidas von sich reden: Der Konzern übertraf mit seiner Jahresbilanz 2025 die Erwartungen bei Umsatz und Betriebsgewinn. Das Unternehmen steckte sowohl die Einfuhr-Zölle der US-Regierung weg – Adidas fertigt in Asien und liefert naturgemäß auch in die USA – wie auch den schwachen Dollar-Kurs, der nach Angaben des Unternehmens eine Milliarde Euro Umsatz gekostet hat.

An der Börse wird das Zahlenwerk honoriert. Nach überdurchschnittlichen Kursgewinnen am Donnerstag steigt die Aktie heute weiter.

Nachdem der Software-Hersteller SAP mit seiner Bilanz im Cloud-Geschäft enttäuscht hatte und die Aktie am Donnerstag eingebrochen war, hagelt es heute negative Analysten-Kommentare: JP Morgan, die Bank of America und die UBS senkten ihre Kursziele. Das SAP-Papier ist jetzt nicht mehr das größte Schwergewicht im DAX, sondern Siemens. Dennoch erholt sich die Aktie im frühen Handel. Sie war am Donnerstag um 16 Prozent eingebrochen.

Die Preise für Gold und Silber fallen weiter. Ein Grund: die Erholung des Dollarkurses. Ein anderer: Offensichtlich kommt etwas Ruhe in die Nachfolge-Suche für den Chefposten der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Angeblich will US-Präsident Donald Trump einen gemäßigten Kandidaten vorstellen. Damit wären Sorgen, ob die US-Notenbank unabhängig bleibt, gedämpft.

In Frankfurt läutete am Morgen die berühmte Glocke: Es gab einen Börsengang. Mit Asta Energy wagt sich das erste Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Die Aktie war für 29,50 Euro ausgegeben worden – der erste Kurs erreichte 43 Euro.

Die Österreicher sind vor allem auf Kupferprodukte spezialisiert – und profitieren damit zum Beispiel vom Boom bei Rechenzentren. Mit Branchenschwergewicht Siemens Energy hat Asta Energy einen großen Partner.

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