Marktbericht: DAX schafft Wochenplus trotz anhaltender Nervosität

Marktbericht: DAX schafft Wochenplus trotz anhaltender Nervosität

Börsenhändler an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 06.02.2026 18:25 Uhr

Zum Wochenausklang liegen Nervosität und Erholung nah beieinander – DAX und Dow Jones konnten sich von teils größeren Verlusten erholen. Doch die Tech-Werte stehen weiter unter Druck.

Nach drei Verlusttagen in Folge hat der DAX heute eine Gegenreaktion gezeigt und sich etwas erholt. Gleichwohl blieben die Anleger angesichts der in den vergangenen Tagen heftigen Schwankungen nervös. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 24.721 Zählern aus dem Handel. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Plus von 0,7 Prozent.

Zu den Gewinnern im DAX gehörten heute die auf Rekordniveau notierenden Aktien von Siemens Energy. Beflügelt wurden sie von guten Zahlen des US-Konkurrenten Bloom Energy, der mit seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr die Markterwartung übertroffen hat.

Gefragt waren außerdem Bayer-Aktien, sie gehörten ebenfalls zu den stärksten DAX-Aktien. Anleger machen sich Hoffnungen auf den Medikamentenkandidaten Asundexian, ein Gerinnungshemmer. Analysten äußerten sich positiv zur Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments.

Schlagzeilen kamen heute vor allem aus dem Oman: Dort haben der Iran und die USA indirekte Gespräche aufgenommen. Allerdings sind die Erwartungen gedämpft, denn die Positionen der beiden Staaten liegen derzeit weit auseinander – auch was die Agenda der Beratungen betrifft. Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen.

Die Verhandlungen im Iran werden vor allem am Ölmarkt aufmerksam verfolgt. Denn etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls wird durch die Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran transportiert. Anleger fürchten, dass ein Scheitern der diplomatischen Bemühungen neue Spannungen in der Region ausgelöst auslösen, und die Versorgung gefährden könnte.

Das ließ die Preise für Brent und WTI zeitweise anziehen, am Nachmittag fielen die Ölpreise wieder, nachdem bekannt geworden war, dass die Verhandlungen zwar vorerst beendet wurden, aber fortgesetzt werden sollen. Nun werde sich zeigen, ob beide Seiten auf Annäherung setzten – “oder ob die Lage weiter eskaliert, zumal die USA ihre Militärpräsenz im Golf zuletzt deutlich verstärkt haben”, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck.

Deutlich unter Druck stand heute der Kupferpreis. Das Industriemetall verbilligte sich seit Wochenbeginn um mehr als zwei Prozent und liegt mit aktuell 12.906 Dollar je Feinunze bereits mehr als elf Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende Januar. Experten zufolge liegt das an steigenden Lagerbestände und einem starken Dollar.

In New York spüren die Börsen noch immer die Nachwirkungen der vergangenen Tage, in denen sich Anleger aus Tech-Aktien zurückzogen. Dabei spielen zum einen die hohen KI-Investitionen eine Rolle. Aber auch, dass Anleger nun stärker als bisher versuchen, potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden.

Zum Wochenschluss versuchen die US-Börsen nun einen Stabilisierungsversuch. Für den Dow Jones Industrial, den S&P 500 und den Nasdaq 100 ging es im frühen Handel nach oben, der Dow schaffte im frühen US-Handel sogar ein Rekordhoch.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick dann vor allem auf den US-Arbeitsmarktbericht für Januar, der wegen des zwischenzeitlichen Stillstands der US-Verwaltung erst am kommenden Mittwoch veröffentlicht wird. Laut Experten dürfte er zeigen, dass der US-Jobmarkt trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums auf der Stelle tritt. “Ein Teil des geringeren Beschäftigungsaufbaus lässt sich sicherlich dadurch erklären, dass wegen der restriktiven Einwanderungspolitik weniger Arbeitskräfte neu auf den Arbeitsmarkt drängen”, sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz.

Diese Konjunkturdaten könnten auch den DAX stützen, denn nachdem Zinssenkung im Euroraum vorerst vom Tisch sein dürften, verlagert sich die Hoffnung der Anleger nun auf positivere Signale aus den USA. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba mahnt dennoch zur Vorsicht: Zwischen der Bewertung am Aktienmarkt und dem Konjunkturverlauf habe sich seit geraumer Zeit eine Lücke aufgetan.

Zugleich geht es kommende Woche mit der Bilanzsaison weiter. In Deutschland legen unter anderem Unternehmen wie TUI, TeamViewer, Siemens Energy, die Commerzbank, Thyssenkrupp und Mercedes-Benz Geschäftszahlen vor. In den USA stehen neben den Finanzberichten von McDonald’s und Coca-Cola, auch Zahlen Ford, Marriott, AirBnB und Moderna an.

Der Bitcoin hat sich nach einem starken Kurseinbruch in den vergangenen Handelstagen vorerst stabilisiert. Die älteste und bekannteste Kryptowährung wurde am Nachmittag auf der Handelsplattform Bitstamp zu 67.100 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Nacht noch zeitweise bis knapp unter 60.000 Dollar gefallen war und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024.

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