Marktbericht: DAX bleibt angezählt | tagesschau.de

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Das Börsenparkett in Frankfurt am Main


marktbericht

Stand: 09.03.2026 • 18:14 Uhr

Niemand weiß, wann wieder Öl und Gas aus dem Persischen Golf geliefert werden können. Das sorgte für einen neuen Schub bei den Ölpreisen – und für weitere Verluste an den Aktienmärkten.

Zunächst hatte es nach einem tiefroten Börsentag ausgesehen. Im frühen Handel hatte der DAX mit einem Minus von 2,8 Prozent auf einen neuen Ölpreisschub reagiert. Bis zum Handelsende verringerte sich das Minus aber auf 0,77 Prozent. Der DAX ging mit 23.409 Punkten aus dem Handel.

Am Freitag war der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 23.591 Punkte ins Wochenende gegangen.

Auch an der Wall Street starteten die Börsen mit hohen Abschlägen. Der Dow Jones gab zum Handelsbeginn um bis zu 1,9 Prozent nach, konnte sich bisher aber wieder etwas erholen.

Ölpreis zieht Aktien ins Minus

Vor allem der rasante Anstieg der Energiepreise schockiert die Investoren und schürt zunehmend Inflations- und Wachstumssorgen. Der Krieg im Nahen Osten treibt den Ölpreis immer weiter nach oben. Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs stiegen die Notierungen zeitweise wieder über 100 Dollar.

Das Plus liegt inzwischen bei rund 50 Prozent. Ende Februar hatte ein Barrel Öl noch etwa 70 Dollar gekostet. Auch die Spritpreise sind seither deutlich gestiegen. Gründe sind die faktische Sperrung der Straße von Hormus und Angriffe auf Raffinerien in der Golfregion.

“Die Angst davor, dass das schwarze Gold die Weltkonjunktur ausbremsen könnte, ist deutlich größer geworden”, kommentierte IG-Chefmarktanalyst Christian Henke. Die Politik schaut inzwischen ebenfalls auf den Ölpreis. In einer Videokonferenz sprachen die G7-Finanzminister über eine mögliche Freigabe der staatlichen Ölreserven, lehnten diesen Schritt aber vorerst ab. “Wir sind noch nicht soweit”, sagte der französische Finanzminister Roland Lescure.

Nach Einschätzung der Marktexperten von Charles Barker könnte es noch vier bis fünf Wochen dauern, bis wieder Öl und Gas aus dem Persischen Golf geliefert wird.

Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, ist der Ansicht, dass es eine globale Rezession auslösen könnte, wenn der Ölpreis nachhaltig über 120 Dollar steigt. Ein solches Szenario könnte das weltweite Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr um 0,6 Prozentpunkte drücken und die Verbraucherpreise um einen Prozentpunkt anheben.

Wie könnte die Geldpolitik reagieren? Die Erwartungen an die Geldpolitik der EZB hätten sich bereits deutlich verschoben hätten, schrieb Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank: “An den Terminmärkten wurde binnen einer Woche aus einer mit 55 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreisten Zinssenkung bis Jahresende eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte zu 100 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist.”

Ein Stück Börsennormalität brachten die Jahreszahlen der GEA Group. Der DAX-Titel reagierte mit einem deutlichen Plus auf die Geschäftszahlen und den Ausblick des Anlagenbauers. Während der Gewinnzuwachs im vergangenen Jahr im Rahmen der zuvor schon veröffentlichten Eckdaten lag, hoben Analysten hervor, dass sich GEA zuletzt als krisenresistent erwiesen habe. Im laufenden Jahr will der Konzern weiter wachsen.

Auf dem Frankfurter Parkett gab es heute einen Börsengang. Der U-Boot-Ausrüster Gabler feierte seinen ersten Handelstag. Unter dem Eindruck des schwachen Gesamtmarkts schloss der Titel mit 43,80 Euro knapp unter dem Ausgabepreis von 44 Euro. Dem Lübecker Unternehmen fließen aus dem Börsengang rund 40 Millionen Euro zu.

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