marktbericht
In der Zeit nach dem Jahreswechsel sind die Anleger in Rekordstimmung. Nach dem DAX erreichte gestern auch der Dow Jones ein Allzeithoch. Auch heute sieht es bislang nach weiteren Kursgewinnen aus.
Der DAX dürfte seine Rekordrally heute fortsetzen und sich weiter der 25.000-Punkte-Marke nähern. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Auftakt auf 24.913 Punkte, ein Plus von rund 0,2 Prozent. Gestern war der DAX mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 24.868 Punkten aus dem Handel gegangen – ein Rekordschlussstand.
Bereits gegen Ende 2025 hatten Anleger am deutschen Aktienmarkt zunehmend auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft durch die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.
Ob die positive Stimmung anhält, wird auch von den frischen Inflationsdaten abhängen, die heute veröffentlicht werden. In den vergangenen Monaten hielt sich die Inflationsrate über der Marke von zwei Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Teuerungsrate auf 2,1 Prozent gefallen sein dürfte, nach 2,3 Prozent im November. Eine höhere Teuerung schmälert die Kaufkraft der Verbraucher und wirkt sich deshalb negativ auf die Konjunktur aus.
Ist das Thema Venezuela damit ausgestanden? Nicht unbedingt, meinen einige Marktbeobachter: Langfristig könnte Venezuela bei politischer Stabilisierung und wirtschaftlicher Öffnung an Bedeutung gewinnen, bleibe aufgrund struktureller Probleme jedoch ein signifikanter Risikofaktor, meint Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Dies erhöhe die Unsicherheit und Volatilität am Aktienmarkt.
Der US-Angriff auf Venezuela könnte China ermuntern, härter gegen Taiwan vorzugehen, sagte Stratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. “Für die Aktienmärkte ist das ein Unsicherheitsherd.”
Noch ist die Stimmung aber ungetrübt, auch an der Wall Street gab es Rekorde. Der Dow Jones sprang zum Wochenauftakt um bis zu 1,6 Prozent auf ein Rekordhoch bei 49.209 Punkten. Zum Handelsschluss lag der Index noch 1,2 Prozent im Plus bei 48.977 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,6 Prozent auf 6.902 Zähler und der technologielastige Nasdaq um 0,7 Prozent auf 23.395 Stellen.
Gefragt waren nach dem US-Militärschlag gegen Venezuela vor allem Rüstungswerte und Ölfirmen. Die Investoren hoffen, dass US-Firmen künftig freien Zugang zu den weltweit größten Ölreserven haben werden.
Viele Experten rechnen deshalb mit tendenziell niedrigeren Ölpreisen. Billigere Energie wird als Treibstoff für die weltweite Konjunktur betrachtet, was wiederum die globalen Aktienmärkte stützen könnte.
“Durch die Absetzung Maduros und mögliche Aufhebungen der Sanktionen gegen Venezuela könnte Venezuela die Produktion hochfahren, was den globalen Markt mit Öl überschwemmen und die Preise drücken könnte”, kommentiert Jens Klatt, Marktexperte beim Broker XTB.
Bei den Einzelwerten richten sich die Blicke auf den Chiphersteller Nvidia. Mit seiner KI-Expertise will der Konzern in das Geschäft mit selbstfahrenden Autos einsteigen. Im kommenden Jahr soll gemeinsam mit einem Partner ein Robotaxi-Dienst starten.
Nvidia-Chef Jensen Huang versprach auf der Technikmesse CES in Las Vegas Autos mit Künstlicher Intelligenz, die Verkehrssituationen wie ein Mensch am Steuer analysieren und Entscheidungen treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia die Technologie auch in Privatfahrzeuge bringen.
