Lufthansa Cityline: Piloten stimmen für Streiks

Lufthansa Cityline: Piloten stimmen für Streiks

Ein Airbus der Lufthansa CityLine rollt über das Rollfeld des Flughafens München.

Stand: 26.02.2026 • 14:26 Uhr

Bei der Lufthansa-Tochter Cityline haben 99 Prozent der Piloten für Streiks gestimmt. Die Gewerkschaft hält das Arbeitgeber-Angebot für unzureichend. Auch bei der Kernmarke bleibt der Tarifkonflikt ungelöst.

Im Lufthansa-Konzern spitzt sich der Tarifkonflikt weiter zu. Die Pilotinnen und Piloten der Tochtergesellschaft Cityline haben sich mit großer Mehrheit für Streiks ausgesprochen. Bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) votierten 99 Prozent der Teilnehmer dafür, bei Bedarf Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten.

Nach Angaben der VC beteiligten sich 95 Prozent der aufgerufenen Mitglieder an der Abstimmung. Ein konkreter Streiktermin wurde zunächst nicht genannt. Die Tarifverhandlungen waren Mitte Februar für gescheitert erklärt worden.

Tarifstreit bei Lufthansa Cityline eskaliert

Die VC fordert rückwirkend ab 2024 in drei jährlichen Schritten insgesamt 9,9 Prozent mehr Lohn. Zuletzt hatte der Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt. Nach Einschätzung der Gewerkschaft bleibt dieses jedoch deutlich hinter den Forderungen zurück. Zudem sehe es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 vor. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, die Gewerkschaft wäre damit in Bezug auf die Cityline “faktisch handlungsunfähig”.

Bei der Muttergesellschaft Lufthansa hatte es erst vor zwei Wochen einen eintägigen Streik gegeben. Mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus. Auch dort war eine Urabstimmung vorausgegangen. Der Konflikt bei der Kernmarke dreht sich vor allem um die Betriebsrenten der rund 4.800 Cockpitkräfte.

Cityline vor dem Aus – Betrieb soll enden

Cityline betreibt rund 30 Jets und verbindet europäische Ziele mit den Drehkreuzen Frankfurt und München. Nach Unternehmensangaben arbeiten dort rund 400 bis 500 Pilotinnen und Piloten. Der Flugbetrieb soll im kommenden Jahr eingestellt werden. Die Verbindungen sollen auf die neue Konzerntochter Lufthansa City Airlines übergehen.

Die VC kritisiert seit langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. In den Verhandlungen konzentriert sie sich aber aus rechtlichen Gründen allein auf Forderungen, die mit einem Tarifvertrag geregelt werden können.

Auch Kabinenpersonal wieder in Verhandlungen

Parallel laufen derweil auch Gespräche mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Am 6. März sollen die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag für rund 19.000 Beschäftigte fortgesetzt werden. Die Lufthansa will dann ihr “Zielbild” für einen zukunftsfähigen Manteltarifvertrag vorstellen. UFO-Tarifexperte Harry Jaeger ist dennoch skeptisch, ob der Tarifstreit entschärft werden kann.

Die Lufthansa ringt derzeit mit allen drei großen Gewerkschaften – neben VC und Ufo auch mit ver.di – um Kosten und Arbeitsbedingungen. Ziel ist es vor allem, die schwächelnde Kernmarke profitabler zu machen.

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