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Die australischen Behörden ordnen den tödlichen Angriff am Bondi Beach als “antisemtischen Anschlag” und “terroristischen Vorfall” ein. Unter den Toten ist laut Polizei ein mutmaßlicher Angreifer.
Außenminister Johann Wadephul hat bestürzt auf den Angriff reagiert. Wadephul schrieb auf X, er sei zutiefst erschüttert über den Terroranschlag, einem “Akt des Hasses, der sich am ersten Tag von Chanukka gegen alle Jüdinnen und Juden weltweit richtet”. Seine Gedanken seien bei den Familien der Ermordeten, den Verletzten und der jüdischen Gemeinde.
Der Schusswaffenangriff am Strand Bondi Beach in der australischen Küstenmetropole Sydney war nach Behördenangaben ein antisemitischer Anschlag. “Dieser Angriff zielte darauf ab, die jüdische Gemeinde Sydneys am ersten Tag von Chanukka anzugreifen”, erklärte der Regierungschef des australischen Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, bei einer Pressekonferenz mit Blick auf das jüdische Lichterfest. Der Polizeichef von New South Wales, Mal Lanyon, bezeichnete die Attacke vor Journalisten als “terroristischen Vorfall”.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat bestürzt auf den Angriff am Bondi Beach reagiert. Die Berichte hätten viele Menschen erschüttert, auch wenn die Hintergründe noch unklar seien, schrieb der Zentralrat auf der Plattform X. “In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken bei den Betroffenen, den Verletzten und den Angehörigen der Opfer”, hieß es.
Offiziellen Angaben zufolge sind bei dem Angriff zehn Menschen getötet worden – einer von ihnen ist demnach ein mutmaßlicher Angreifer. Elf Menschen seien nach jetzigem Stand verletzt, teilte die New South Wales Police Force auf X mit. Unter den Verletzten seien zwei Polizeikräfte sowie ein zweiter mutmaßlicher Angreifer, der in kritischem Zustand sei.
Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, erklärte im Onlinedienst X, er sei “entsetzt und traurig über den Terrorangriff” auf die Chanukka-Feier in Sydney. Es sei “eine verwerfliche Tat des Hasses, die durch nichts auf der Welt gerechtfertigt werden kann.”
Ersten Berichten örtlicher Medien zufolge gibt es neben mindestens zehn Todesopfern auch mehrere Verletzte. Demnach wurde ein Schütze erschossen, ein zweiter befinde sich in Gewahrsam.
Zwei Personen sind nach Polizeiangaben in Gewahrsam. Der Einsatz am beliebten Strand Bondi Beach dauere an, teilte die New South Wales Police Force auf X mit. Menschen sollten den Bereich weiter meiden.
Israels Präsident Izchak Herzog sprach von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. “In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden”, sagte er nach Angaben seines Büros.
“Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht”, sagte Herzog demnach.
Bei einem Angriff am Bondi Beach im australischen Sydney sind mindestens zehn Menschen durch Schüsse getötet worden. Unter den Toten ist auch einer der Angreifer, ein weiterer wurde nach Polizeiangaben festgenommen.
Nach ersten Erkenntnissen war eine jüdische Chanukka-Veranstaltung das Ziel des Angriffs, wie australische Medien berichteten. An diesem Sonntag beginnt das achttägige Lichterfest. Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 ist eine weltweite Welle von Antisemitismus zu beobachten, darunter Angriffe auf Juden und Synagogen, bei der Israel-Kritik teils in Hass gegen Juden umschlägt.
