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Lebensmittelspenden: Immer mehr Menschen auf Tafeln angewiesen
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Lebensmittelspenden: Immer mehr Menschen auf Tafeln angewiesen

By Abrar Hussain
December 23, 2025 3 Min Read
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Eine Frau sammelt Obst aus einer Kiste in der Ausgabestelle Paul-Schneider-Haus der Berliner Tafel.

Stand: 23.12.2025 20:16 Uhr

1,5 Millionen Menschen nutzten die Lebensmittelspenden der Tafel in diesem Jahr – unter ihnen sind immer mehr Kinder. Die Nachfrage ist so hoch, dass ein Drittel aller Tafeln Wartelisten oder Aufnahmestopps hat.

Tom Garus

Rund um Weihnachten und noch über Silvester hinweg herrscht bei den Tafeln Hochbetrieb. Ohne die Spenden könnte häufig kein Weihnachtsessen gekocht werden. Auch Margarita Aleynik ist deshalb wieder zur Tafel-Ausgabestelle in Potsdam gekommen: “Zu Weihnachten seien Enten sehr teuer geworden, und es gebe keine Angebote in den Supermärkten, erzählt sie.

“Zum Beispiel gab es früher bis zu 75 Prozent Reduzierungen und die haben wir gekauft. Jetzt gibt es nichts mehr. Maximal 20 oder 30 Prozent.” Sie erzählt, dass das Geld trotz Unterstützung durchs Bürgergeld für sie und ihren Mann nicht reiche. 

Nachfrage ist höher als das Angebot

Bis zu 1,5 Millionen Menschen nutzten die Lebensmittelspenden der Tafel in diesem Jahr, sagt deren Vorsitzende Andreas Steppuhn. Und die Nachfrage ist womöglich noch höher als jene 1,5 Millionen Bedürftige, denn bei rund einem Drittel der mehr als 970 Lebensmittel-Ausgaben müssten die Ehrenamtlichen so manche arme Menschen auf Wartelisten oder Aufnahmestopps verweisen. Auch in der Ausgabestelle in Potsdam registrieren sie immer mehr hilfsbedürftige Menschen.

Immer häufiger seien auch Kinder betroffen, berichtet der Tafel-Vorsitzende: “Vor allem die Anzahl der Kinder ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, was uns Sorge bereitet.” Nach wie vor belasten die Folgen der Inflation und die teils stark gestiegenen Mietkosten viele Familien in Deutschland. Supermärkte würden weniger spenden.

Weniger Spenden der Supermärkte

Die Tafeln verteilen unter anderem Obst, Gemüse, Nudeln und Brot – alles, was Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte zu viel haben und nicht mehr loswerden können.

Doch es kämen immer weniger Spenden an, auch bei der Tafel in Potsdam, erzählt Ehrenamtlerin Keira Hintze, die gerade Brot ausgibt: “Im Laufe des Jahres haben wir bemerkt, dass weniger Lebensmittel ankommen, weil die Supermärkte wahrscheinlich besser kalkulieren. Das was aussortiert wird, sind eher schlechtere Lebensmittel.” 

Laut Tafel-Vorstandschef Steppuhn berichteten das auch andere Landesverbände. Er vermutet, dass der Einzelhandel auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz deutlich genauer ordern könne. So blieben weniger Lebensmittel übrig. Gut für den Handel, der weniger abgelaufene Lebensmittel wegwerfen muss. Schwieriger jedoch werde es dadurch für die Tafeln, an Spenden zu kommen. Die Ehrenamtlichen versuchen nun, die Lebensmittel direkt bei den Herstellern anzufragen.

Mehr Helfer – aber immer noch nicht genug

Rund 77.000 Menschen haben sich laut Tafel dieses Jahr ehrenamtlich engagiert – das sind 5.000 mehr als im Vorjahr. Dieses Jahr werden rund 4.000 Extra-Lebensmitteltüten für LAIB- und SEELE-Ausgabestellen und soziale Einrichtungen gepackt – unter anderem für Frauenhäuser, Kältehilfeeinrichtungen, Unterkünfte für Geflüchtete und wohnungslose Menschen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Suchthilfevereine.

Für die Extra-Tüten sucht etwa die Berliner Tafel nach Unterstützung für die Touren zu den Supermärkten, die Sortierung, das Packen und die Auslieferung der Tüten, sowohl im Tagesgeschäft als auch in den zusätzlichen After-Work-Schichten. Trotz steigender Helferzahlen bedeute das nicht, “dass die Tafeln genug Helferinnen und Helfer haben”, so Steppuhn.

Tafel wünscht sich sozialpolitische Maßnahmen

Vielmehr wünsche sich die Tafel für 2026, dass die “Politik wieder die Menschen und das Miteinander in den Fokus rückt”, so der Vorsitzende. Es brauche sozialpolitische Maßnahmen, die sich wirklich um gesellschaftliche Gerechtigkeit bemühen.

Dazu gehörten laut Steppuhn armutsfeste Löhne und Renten und Sozialleistungen und Maßnahmen gegen hohe Mietkosten. Außerdem hofft die Hilfsorganisation auf ein Gesetz, “das endlich dafür sorgt, dass es günstiger ist, Lebensmittel zu spenden, statt sie wegzuwerfen”, so der Tafel-Chef.

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Abrar Hussain

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