Lebenslange Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon wegen Ausrufung des Kriegsrechts

Lebenslange Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon wegen Ausrufung des Kriegsrechts

Eine Frau geht in Südkorea an einem Fernseher vorbei, auf dem Yoon Suk Yeol zu sehen ist


eilmeldung

Stand: 19.02.2026 08:33 Uhr

Wegen der Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 2024 ist der damalige südkoreanische Präsident Yoon zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert.

Es war der größte Strafprozess in Südkorea seit Jahrzehnten: Der frühere Präsident Yoon Suk Yeol ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das zentrale Bezirksgericht in Seoul sprach den 65-Jährigen schuldig, einen Aufstand angeführt zu haben.

Yoon habe mit der Ausrufung des Kriegsrechts die Verfassung des Landes untergraben. Der unabhängige Sonderermittler Cho Eun Suk hatte die Todesstrafe beantragt. De facto gilt in Südkorea ein inoffizielles Moratorium auf die Todesstrafe. Sie wurde vorübergehend ausgesetzt und seit Ende der 1990er-Jahre nicht mehr vollzogen.

In dem Prozess wurden auch weitere Mitglieder der damaligen Regierung verurteilt. Darunter der frühere Verteidigungsminister Kim Yong-hyun. Er muss für 30 Jahre ins Gefängnis. Der Nachrichtendienstoffizier Roh Sang-won erhielt eine Strafe von 18 Jahren und der Polizei-Chef Cho Ji-ho wurde zu zwölf Jahren verurteilt.

Gegen die Urteile kann noch Berufung eingelegt werden.

Kriegsrecht für wenige Stunden ausgerufen

Im Dezember 2024 hatte Yoon das Kriegsrecht verhängt und erklärt, das Parlament sei voller Krimineller und “staatsfeindlicher Kräfte”. Das Gebäude wurde vom Militär umstellt. Es gelang aber genügend Abgeordneten, in den Plenarsaal zu gelangen, um das Dekret abzulehnen. Deshalb musste das Kriegsrecht nach wenigen Stunden wieder aufgehoben werden.

Das Parlament leitete ein Amtsenthebungsverfahren ein. Im April 2025 wurde Yoon vom Verfassungsgericht offiziell des Amtes enthoben. Seit Juli sitzt er in Haft. Im Januar wurde Yoon bereits wegen Widerstands gegen seine Festnahme und Fälschung offizieller Dokumente zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

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