Kuba: Trump will den Zusammenbruch des Regimes

Kuba: Trump will den Zusammenbruch des Regimes

Eine Schülerin und ihre Mutter gehen über verschmutzte Straßen in Havanna.

Stand: 14.02.2026 03:07 Uhr

Für die Menschen in Kuba ist es eine Woche der Entbehrungen: Der Verkehr liegt lahm, es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten. Denn US-Präsident Trump will das Regime mit einer Öl-Blockade in die Knie zwingen.

Michael Castritius

Kubas kommunistische Partei kämpft wieder einmal um den Machterhalt. Und Kubas Menschen kämpfen um das tägliche Durchkommen: lange Stunden ohne Strom, Lebensmittel nur teuer gegen Dollar, kaum Nahverkehr geschweige denn Benzin. Staatsbedienstete arbeiten höchstens vier Tage pro Woche, Universitäten und Schulen unterrichten stark eingeschränkt.

Eine Mutter von Schulkindern schildert ihren Alltag so: “Wir müssen schon Opfer bringen, um hier zur Schule zu kommen. Ich stehe um halb vier, vier auf, um alles vorzubereiten, bevor der Strom ausfällt. Um spätestens sechs Uhr verlassen wird das Haus – zu Fuß, mit dem Risiko, dass etwas passiert, denn wir können niemandem mehr vertrauen. Aber was soll ich machen.”

Und eine andere Mutter berichtet: “Das endet ja nicht mit der Schule. Wenn wir nach Hause kommen, ist es kompliziert: Hausaufgaben zu machen, lernen, den Haushalt zu erledigen und eine Lampe anzuzünden. Vieles fehlt, aber irgendwie lösen wir die Probleme.”

Akuter Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten

Irgendwie durch einen Alltag kommen, der ihre Lebenskraft frisst: Schlange stehen – beim Bäcker, auf dem Markt, bei Behörden und Ärzten. Es herrscht akuter Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Stundenlang gibt es keinen Strom. Die Folgen: Unterernährung und Krankheiten. Die wenigen Waren auf informellen Märkten sind für viele unerschwinglich. Hohe Inflation und Dollarisierung treiben die Preise in die Höhe. Der kubanische Peso ist nahezu wertlos geworden.

Die Kubaner sind zwangsläufig seit Jahrzehnten Meister in Kreativität und Improvisation – das haben sie in der Geschichte ihres Landes gelernt: ein Invasionsversuch im Jahr 1961, 64 Jahre US-Wirtschaftsembargo, erfolglose Attentate damals gegen Fidel Castro, der Zusammenbruch des großen Bruders Sowjetunion, sowie hausgemachte Misswirtschaft – Krise auf Krise.

Flugzeuge werden mangels Kerosin nicht mehr betankt

Nur der autoritären Revolutionsregierung konnte bislang keine Krise etwas anhaben. Aber diesmal schon, tönt US-Präsident Donald Trump: Vor allem durch die Öl-Blockade werde das Regime fallen.

Tatsächlich verschärft sich die Lage, seit Venezuela und andere nicht mehr liefern können. Flugzeuge werden mangels Kerosin nicht mehr betankt. Viele internationale Verbindungen sind gestrichen oder Maschinen müssen erst in der Dominikanischen Republik zwischenlanden, zum Auftanken. Selbst die kubanischen Bischöfe sagten ihre Reise zum Papst notgedrungen ab.

“Das ist der touristische Kollaps”

Massiv trifft es den Tourismus, lange die wichtigste Devisenquelle Kubas. Viele Ressorts sind wegen unsicherer Benzin-, Strom- und Ernährungslage geschlossen. Jetzt holen die letzten Flieger die letzten Touristen ab.

Alejandro Morejon, der in der Tourismusbranche arbeitet, ist verzweifelt: “Das ist der touristische Kollaps, ein schwerer Schlag. Durch das wirtschaftliche Problem Kubas, keinen Treibstoff mehr zu haben, bricht der Tourismus zusammen. Wir können unmöglich noch mit unseren Nachbarn Mexiko oder der Dominikanischen Republik konkurrieren. Alles verschlechtert sich, auch im Service, zweifellos fehlt immer etwas.”

Trump droht mit Strafzöllen gegen “Blockadebrecher”

Gut 800 Tonnen Hilfsgüter vom traditionell guten Nachbarn Mexiko sind gerade im Hafen Havannas gelöscht worden: Grundnahrungsmittel, Medikamente und Hygiene-Artikel. Aber kein Öl mehr. Trump hat seine Lieblingswaffe gezogen: Er hat mit Strafzöllen gegen “Blockadebrecher” gedroht.

Die kann sich Mexiko nicht leisten, sagt Präsidentin Claudia Sheinbaum: “Wir arbeiten diplomatisch daran, die Öllieferungen nach Kuba wieder aufnehmen zu können. Aber natürlich wollen wir keine Sanktionen gegen Mexiko.”

Bundesregierung hofft auf Diplomatie

Die deutsche Bundesregierung hält ihre humanitäre Hilfe für Kuba aufrecht – und hofft auf Diplomatie, wie Außenamtssprecher Josef Hinterseher sagt: “Es ist gut, dass es angekündigte Gespräche zwischen den USA und Kuba gibt, dass es dadurch womöglich zu einer politischen Lösung dieser Situation kommen kann. Wir begrüßen das.”

Aber was zu begrüßen ist, bleibt unklar. Es gibt vage Andeutungen über diplomatische Kontakte zwischen den USA und Kuba, aber nichts Konkretes.

Gestern dämpfte Kubas Vize-Außenminister Carlos Fernández de Cossío solche Erwartungen: “Es gibt auf hoher Ebene keinen Dialog zwischen der US-Regierung und Kuba. Ich kann Ihnen nicht einmal sagen, dass es einen auf mittlerer Ebene gibt. Wir haben Nachrichten mit Washington ausgetauscht, aber im Moment findet kein Dialog statt.” Also auch kein Deal in Sicht.

Donald Trump will das Regime per Blockade in die Knie zwingen. Die Menschen auf der Insel übersetzen das mit: aushungern.

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