Kreml weist europäischen Vorwurf der Vergiftung von Nawalny zurück

Kreml weist europäischen Vorwurf der Vergiftung von Nawalny zurück

Dmitri Peskow

Stand: 16.02.2026 13:04 Uhr

Der Putin-Gegner Nawalny soll vor zwei Jahren mit Froschgift vergiftet worden sein – das gaben mehrere europäische Länder am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz bekannt. Der Kreml wies die Vorwürfe nun zurück.

Der Kreml hat Befunde zu einer Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny “entschieden” zurückgewiesen. Nawalny starb vor zwei Jahren in einem Straflager. “Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Deutschland und vier weitere europäische Länder hatten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz am vergangenen Wochenende bekannt gegeben, dass sie Belege dafür gefunden hätten, dass der vor zwei Jahren verstorbene Kreml-Kritiker Alexej Nawalny vergiftet worden sei.

“Für das Vereinigte Königreich, Schweden, Frankreich, Deutschland und die Niederlande steht fest, dass Alexej Nawalny mit einem tödlichen Toxin vergiftet wurde”, hieß es dazu in einer gemeinsamen Erklärung der fünf Staaten.

Russland spricht von natürlichem Tod

Laut Bundesaußenminister Johann Wadephul soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein. Julia Nawalnaja, die Witwe des Politikers, lebt im Exil im Ausland und wirft Putin Mord vor. Sie hatte zusammen mit Wadephul in München Laborergebnisse bekanntgegeben, denen zufolge ihr Mann mit einem Nervengift getötet worden sein soll.

Wadephul hatte sich schockiert gezeigt und von Vergiftung gesprochen. Nur der russische Staat habe die Mittel und die Möglichkeit gehabt, den Oppositionellen zu vergiften, sagte er.

Die russischen Behörden behaupten hingegen, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden können. Unklar ist, wie die Gewebeproben Nawalnys in den Westen gelangt sind.

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