Im Konflikt mit den USA will Dänemark mit seinen Partnern gemeinsame Militärübungen auf Grönland vorbereiten. Auch Deutschland ist dabei. Nun ist ein Team der Bundeswehr aus Logistikern und anderen Experten auf der Arktisinsel angekommen.
Ein Erkundungsteam der Bundeswehr ist zusammen mit Soldaten aus anderen europäischen Staaten in Grönland eingetroffen. Ihre Maschine landete am frühen Abend auf dem Flughafen der Hauptstadt Nuuk. Anschließend fuhren die Soldatinnen und Soldaten zum Arktischen Kommando der dänischen Streitkräfte.
Das deutsche Team – 15 Männer und Frauen – besteht laut einem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums aus Experten unterschiedlicher Bereiche. Sie sollen die Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen, etwa mit Seefernaufklärer-Flugzeugen des Typs “P 8 Poseidon”. “Auch der Einsatz von Fregatten oder anderen Marineeinheiten zur Seeraumüberwachung ist denkbar, theoretisch auch die Verlegung von Eurofightern”, so der Sprecher.
“Klare Bedrohungslage”
Dabei gehe es um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen NATO-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher. “Es gibt eine klare Bedrohungslage, und deswegen geht es auch darum, kritische Infrastruktur zu schützen, auf See, an Land und unter Wasser.”
Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich schicken auch Soldaten. Die Erkundungsmission wird von Dänemark angeführt.
Demonstrationen in Grönland und Dänemark erwartet
Die Arktisinsel Grönland ist ein selbstverwalteter Teil des Königreichs Dänemark. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten sich die Insel einverleiben wollen, notfalls mit Gewalt. Er begründet seine Pläne in erster Linie mit Sicherheitsinteressen und verweist auf zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region.
Grönland und Dänemark sowie deren europäische NATO-Partner lehnen die Übernahmepläne vehement ab. Ein Krisentreffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio in Washington am Mittwoch war ergebnislos geblieben. Zuletzt drohte Trump Staaten, die seine Übernahme-Pläne für Grönland ablehnen, mit neuen Zöllen.
In Dänemark und Grönland werden am Samstag große Proteste gegen die US-Besitzansprüche erwartet. Tausende Menschen haben in Online-Netzwerken angekündigt, an den von grönländischen Verbänden organisierten Protesten in Kopenhagen, Nuuk und anderen Städten teilzunehmen.
