Kommentar zu Grönland: Dieses Spiel haben die Europäer gewonnen

Kommentar zu Grönland: Dieses Spiel haben die Europäer gewonnen

Mark Rutte, Emmanuel Macron, Ursula von der Leyen, Wolodymyr Selenskyj, Giorgia Meloni, Donald Trump (Archivbild)


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Stand: 23.01.2026 13:46 Uhr

Der Streit um Grönland mit US-Präsident Trump hat vorerst ein Ende: Europas Staats- und Regierungschefs hätten sich nach dieser turbulenten Woche selbst feiern können. Wenn sich dann nicht noch eine Stimme gemeldet hätte.

Sabrina Fritz

Es hätte ein schwarzer Freitag werden können: Börsencrash, weil sich Europa und die USA mit Zöllen bombardieren. Amerikanische Soldaten, die sich warm anziehen, um Grönland zu besetzen. Es kam anders.

An diesem Freitag haben alle das Gefühl, als Sieger vom Platz zu gehen. Der amerikanische Präsident Donald Trump kann zu Hause mit Grönland angeben, so viel er will, die Amerikaner interessiert das eh nicht. NATO-Generalsekretär Mark Rutte darf sich dafür feiern lassen, wieder einmal die NATO gerettet zu haben. Und die Europäer? Haben gelernt, wie gut es sich anfühlt, wenn man sich mal nicht in den Staub wirft – sondern selbstbewusst die eigenen Stärken ausspielt, die man ja durchaus hat.

Die Rollenverteilung – Good Guy NATO-Chef Rutte und Bad Girl EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – hat hervorragend funktioniert. Dieses Spiel haben die Europäer gewonnen, der US-Präsident ist ohne Ergebnis vom Platz geflogen. Im Flugzeug hat er dann gleich wieder um sich geschlagen. Vielleicht sollte man die NATO testen, ob sie gegen die vielen illegalen Migranten in den USA helfen kann, schrieb er auf Social Media.

Sondergipfel bei Jakobsmuscheln und Fenchelsalat

Aber vielleicht sollte man einfach mal aufhören, jedes Wort des US-Präsidenten zu analysieren. Einfach mal “Trump-Detox”, auf die eigenen Aufgaben konzentrieren, davon gibt es ja genug. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit, Geld und Nerven dieses Armdrücken um Grönland die Staats- und Regierungschefs gekostet hat.

Kraft, die fehlt – bei der Sanierung der Sozialsysteme, der Haushalte und der Verwaltungen. Aber das ist vielleicht auch nicht so sexy, wie mit verspiegelter Sonnenbrille in den Schweizer Bergen eine Rede zur Weltlage zu halten. Der Titel “meist fotografierter Politiker” geht auf jeden Fall an den Franzosen Emmanuel Macron, der wegen eines Augenleidens eine Sonnenbrille für 600 Euro trug.

Und so hätten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs auf ihrem Sondergipfel bei Jakobsmuscheln und Fenchelsalat selbst feiern können, dass sie am Ende doch eine ganz gute Mannschaft sind, die künftig noch besser zusammenspielen und dem Gegner weniger Raum geben will. Wenn sich dann nicht noch eine Stimme gemeldet hätte, die gerne überhört wird bei den wortgewaltigen Regierungschefs – das Europaparlament.

Währenddessen verzweifelt Selenskyj

Es hat nicht nur das Handelsabkommen mit Lateinamerika ausgebremst, sondern auch das Zollpaket an die USA noch nicht abgeschickt. Es enthält null Aufschläge für US-Waren, die nach Europa verkauft werden. Aber weil die Parlamentarier keine Eile haben, den USA diese Zugeständnisse zu machen, zahlen diese weiterhin 10 Prozent.

Was ist also genau geschehen in den letzten Tagen? US-Präsident Trump wollte ein Stück Eis. Daraufhin wurde eine diplomatische Mission in Gang gesetzt, die darin gipfelte, dass 15 Bundeswehrsoldaten nach Grönland geschickt wurden. Man kann es dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht verdenken, dass er sich als Verlierer sieht und darüber verzweifelt, weil die Menschen in der Ukrainer jede Nacht vor Angst und Kälte zittern und der Westen machtlos zusehen muss.

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