Kommentar: Nach Venezuela ist Trump enthemmt

Kommentar: Nach Venezuela ist Trump enthemmt

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Stand: 07.01.2026 07:52 Uhr

Bisher ist US-Präsident Trump bei Widerstand oft eingeknickt – doch seit dem erfolgreichen US-Angriff in Venezuela ist er berauscht. Und eine Übernahme Grönlands wäre einfach. Europa muss das ernst nehmen.

Carsten Kühntopp

Europa, es ist ernst! Die Blitzaktion der US-Armee in Venezuela hat die Welt verändert. Vorher galt: Präsident Donald Trump sagt viel, wenn der Tag lang ist. Und die Kluft zwischen seinen Worten und seinen Taten war groß. Trump war bekannt dafür, schnell wieder einzuknicken, wenn er auf Widerstand stößt – wenn ihm jemand Kontra bietet.

Aber seit Venezuela ist alles anders. Trump ist regelrecht berauscht von der militärischen Brillanz dieser Operation. Sie lief ganz nach Plan, ging schnell, und es gab keine Verluste. Dieser Erfolg macht bei Trump Appetit auf mehr. Ganz offen denken der Präsident und andere Regierungsmitglieder jetzt darüber nach, ob man nicht andernorts ähnlich handeln könnte.

Und die Republikaner nicken beifällig

Mit erschreckender Beiläufigkeit werfen diese Leute mit Ortsmarken um sich: Kolumbien, Mexiko, Panama, Kanada, Kuba – und: Grönland. Und wie immer, nicken die Republikaner im Kongress auch dazu beifällig.

Im Vergleich zur Komplexität des Militäreinsatzes in Venezuela wäre eine Übernahme von Grönland durch Amerika denkbar einfach. Es bräuchte nur eine Handvoll Marines, die anlanden, das Sternenbanner in den Permafrost rammen und proklamieren: “Dies ist jetzt unseres.”

Unter seinen Anhängern hat Trump Erwartungen geweckt, die er nur schwer enttäuschen kann. Zu oft schon haben er und seine Berater öffentlich den Mund gespitzt – und müssen dann auch irgendwann pfeifen. Nach Venezuela ist Trump enthemmt. Und institutionelle Schranken akzeptiert er ohnehin nicht.

Deshalb, liebe Europäer: Es ist wirklich ernst!

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