Kohlendioxid und Klimaschutz: Kritik an Trumps CO2-Beschluss

Kohlendioxid und Klimaschutz: Kritik an Trumps CO2-Beschluss

Kohlekraftwerk USA

Stand: 13.02.2026 21:09 Uhr

Donald Trump hat alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass CO2 gesundheitsschädlich ist, für ungültig erklärt. Jetzt kann er weitere Klimaschutzmaßnahmen zurücknehmen. Was hat das für Folgen?

Kohlendioxid – CO2 – sei gar nicht gesundheitsschädlich und müsse deshalb auch nicht reguliert werden. Dieser, durch keine wissenschaftliche Erkenntnis gestützte, Beschluss des US-Präsidenten Trump, wird von der US-Umweltbehörde EPA unterstützt. Mit ihm werden zahlreiche US-amerikanische Klimaschutzmaßnahmen außer Kraft gesetzt. Beispielsweise entfallen jetzt Vorgaben für die dortige Automobilindustrie.

Keine überraschende Entscheidung

Trumps Einschätzung kommt für Wissenschaftler und Politikbeobachter nicht überraschend. Für Manfred Fischedick, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, hat sie sich schon seit Monaten angekündigt. Trotzdem bedeute sie einen weiteren Rückschritt für die Klimaschutzbemühungen in den USA und weltweit.

Er sagte der ARD-Klimaredaktion: “Es lässt sich schwer abschätzen, wie sich die amerikanischen Treibhausgasemissionen jetzt ganz genau entwickeln werden, da es nach wie vor eine ganze Reihe von Bundesstaaten gibt, die weiter auf nicht-fossile Energieträger und die schlichte ökonomische Vernunft setzen werden.”

Klimaschutzprogramme wurden gestrichen

Für Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik ist Trumps Entscheidung nur der vorläufige Schlusspunkt hinter einer schon länger andauernden Entwicklung. Denn schon seit dem vergangenen Sommer lassen sich vermehrt die Bemühungen der Trump-Regierung beobachten, die Arbeit von Wissenschaftlern im Klimaschutzbereich zu schwächen oder gleich ganz unmöglich zu machen. So wurden Klimaschutzprogramme etwas bei der EPA ersatzlos gestrichen und die Auflösung ganzer Behörden, wie etwa des National Center for Atmospheric Research, NCAR, angekündigt.

Folgen für den Klimaschutz

Welche Folgen das für den weltweiten Klimaschutz hat, ist noch schwer abzuschätzen. Dem SWR sagte Oliver Geden, Trump habe ja ohnehin schon sehr viele Klimaschutzbemühungen ausgehebelt und sie mit diesem Beschluss quasi nur “gerichtsfest” gemacht. Diese Entscheidung werde es nicht noch schlimmer machen.

Weniger optimistisch ist Lisa Göldner, Energieexpertin bei Greenpeace. “Dieser Beschluss sorgt für viele Verlierer”, sagt sie im Interview mit der ARD-Klimaredaktion, “nämlich all die Menschen, die bereits unter den Folgen des Klimawandels leiden.” Und deren Zahl werde jetzt noch zunehmen

Druck auf die EU, Gas und Öl zu importieren

Einziger Gewinner ist aus Sicht von Göldner die Lobby der fossilen Energien, die nur darauf warte, noch mehr Öl und Gas zu fördern und zu exportieren, und “auch Europa ist ein großer Importeur von amerikanischem Flüssiggas. Die US-Regierung macht massiv Druck auf die EU, um noch mehr Flüssiggas nach Europa zu verkaufen.”

Rückschritt für Klimaschutz bei uns?

Und sie könnten Erfolg haben, so Göldner, denn Bestrebungen, Umwelt- und Klimastandards abzuschwächen, gebe es nicht nur in den USA. “Wir sehen das auch in Europa, gerade von rechten Parteien. Ich mache mir große Sorgen, dass andere Länder diesem Beispiel folgen könnten.”

Doch dafür sieht der deutsche Umweltminister Carsten Schneider keinen Grund. Deutschland und Europa stünden zur ihren Klimazielen, sagte er im Deutschlandfunk. Dass die EU ihr Ziel für 2040 abgeschwächt habe, beweise nicht das Gegenteil, denn “es gibt nirgendwo sonst auf der Welt ein ambitionierteres Programm für Treibhausgasreduktion und Verantwortung für die Welt.”

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