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Zum Abschluss der 30. Weltklimakonferenz haben sich die Delegierten nur auf einen Minimalkompromiss verständigen können. Die Abschlusserklärung enthält keinen verpflichteten Fahrplan zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas.
Trotz mehr als 19-stündiger Verlängerung hat sich die Weltklimakonferenz in Brasilien nicht darauf einigen können, einen verbindlichen Plan für die Abkehr von den fossilen Energieträgern Öl, Kohle und Gas zu erarbeiten. Die etwa 200 Länder vereinbarten in Belém lediglich eine freiwillige Initiative, um die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten zu beschleunigen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider äußerte sich “ein bisschen enttäuscht” und sagte, die Ölstaaten hätten mit einer Blockade ehrgeizigere Beschlüsse verhindert. Im Abschlussdokument ist nicht die Rede von fossilen Energieträgern, auch Öl, Kohle und Gas werden nicht explizit genannt – außer im Begriff “Treibhausgase”.
Breites Bündnis wollte Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas
Für das Ziel eines Fahrplans zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas hatte sich die Bundesregierung als Teil eines breiten Bündnisses aus rund 80 Staaten eingesetzt, konnte sich aber nicht durchsetzen. Schon bei der Klimakonferenz vor zwei Jahren in Dubai hatte die Weltgemeinschaft eine Abkehr von diesen fossilen Brennstoffen beschlossen – wann und wie dies geschehen soll, wurde nun anders als erhofft in Belém nicht präzisiert.
Trotzdem betonte Umweltminister Schneider mit Blick auf den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen: “Das Entscheidende ist, dass die Welt am Tisch sitzt”, auch wenn ein großer Spieler nicht mehr dabei sei.
Mehr Klimahilfen – doch keine konkrete Summe
Beschlossen wurde, dass reiche Staaten ihre Klimahilfen an ärmere Länder zur Anpassung an die Folgen der Erderhitzung deutlich erhöhen. Konkret ist von einer Verdreifachung bis 2035 die Rede.
Finanzexperte Jan Kowalzig von Oxfam kritisierte, dass “kein Basisjahr für die Verdreifachung und kein konkreter Betrag” genannt wird. Der Betrag dürfte deutlich unter den von den Entwicklungsländern geforderten jährlich 120 Milliarden Dollar liegen.
Bauchlandung für Brasilien
Für Brasilien ist das Ergebnis eine Bauchlandung. Noch zum Konferenzauftakt hatte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärt, gebraucht würden Fahrpläne, die es der Menschheit ermöglichten, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu überwinden sowie die Entwaldung zu stoppen und umzukehren. Damit hatte er bei vielen Gipfelteilnehmern hohe Erwartungen geweckt.
Der von Brasilien bewusst symbolisch ausgewählte Konferenzort am Rande des fürs Weltklima wichtigen Amazonasgebiets wurde zwar vielfach beschworen – doch auch einen konkreten “Waldaktionsplan”, um die Zerstörung von Wald einzudämmen, beschloss die Konferenz nicht. Es wird lediglich an einen früheren Beschluss erinnert, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen.
Neuer Fonds soll Regenwald erhalten helfen
Was die Gastgeber vorweisen können, ist ein neuer Fonds zum Schutz des Regenwalds, für den Deutschland eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren bereitstellt. Länder, die ihre Wälder erhalten, sollen nach dem neuartigen Modell belohnt werden. Umgekehrt sollen sie für jeden zerstörten Hektar Wald Strafe zahlen.
