Klimaforschung: Archiv für Eisbohrkerne in der Antarktis gestartet

Klimaforschung: Archiv für Eisbohrkerne in der Antarktis gestartet

Blick auf die Concordia-Station in der Antarktis.

Stand: 14.01.2026 18:09 Uhr

Eisbohrkerne liefern wertvolle Informationen über die Entwicklung des Klimas in den vergangenen Jahrtausenden. Deshalb werden sie ab sofort in einem Archiv in der Antarktis für die Nachwelt aufbewahrt.

In der Antarktis ist ein Lager für Eisbohrkerne eröffnet worden. Dort sollen Eisbohrkerne aus der ganzen Welt archiviert werden. Zwei Stück aus den Alpen sind bereits angekommen.

Bei Eisbohrkernen handelt es sich um Proben, die aus den Tiefen der Gletscher und Eisschilde weltweit entnommen wurden. Sie ermöglichen es Forschenden, die Klima- und Umweltbedingungen auf der Erde über viele Jahrtausende zurückzuverfolgen. Sie enthalten beispielsweise Informationen über vergangene Temperaturen und Niederschlag.

Luft aus der Vergangenheit im Eis eingeschlossen

Die Speicherung der Informationen im ewigen Eis funktioniert ähnlich wie bei einem Baumring: Jedes Jahr legt sich eine neue Schneedecke auf das Eis. Diese taut im Sommer üblicherweise nicht ganz ab. Im darauf folgenden Winter wird sie dann von weiterem Schnee überdeckt.

In den dadurch entstandenen Eisschichten wurde die Luft vergangener Zeitalter eingeschlossen, deren Zusammensetzung Rückschlüsse auf die damaligen Umweltbedingungen erlaubt.

Globale Erwärmung lässt wertvolles Eis schmelzen

Da selbst das ewige Eis an vielen Orten auf der Welt aufgrund der globalen Erwärmung schmilzt, hat die Organisation “Ice Memory Foundation” bereits vor zehn Jahren mit der Planung des Eis-Archivs begonnen.

So sollen die wertvollen Klimadaten, die “ansonsten unwiederbringlich verloren” wären, konserviert werden, erklärte der Präsident der “Ice Memory Foundation”, Thomas Stocker.

Doch die Einlagerung der Eisbohrkerne ist weiterhin ein Wettlauf gegen die fortschreitende Erderwärmung. Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus teilte mit, dass 2025 das drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und fast ebenso heiß wie die beiden Rekordjahre 2024 und 2023 war.

Eisbohrkerne aus dem Himalaya und den Anden folgen

In den kommenden Jahrzehnten sollen in dem Archiv auch Proben aus dem Himalaya, den Anden und anderen Regionen der Erde eingelagert werden. Die Forschenden hoffen, dass die Proben dort so lange erhalten bleiben können, bis neue, fortschrittlichere Technologien noch detailreichere Einblicke in die Erdgeschichte ermöglichen.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *