KI-Firma Anthropic schafft Wertverdopplung in einem halben Jahr

KI-Firma Anthropic schafft Wertverdopplung in einem halben Jahr

Auf einem Smartphone-Bildschirm sind mehrere KI-Anwendungen zu sehen


marktbericht

Stand: 13.02.2026 15:45 Uhr

KI-Firmen können bei ihrer Finanzierung auf große Summen hoffen. Gleichzeitig wächst die Wachsamkeit an den Börsen. Ein Newcomer aus den USA zeigt, wie offen der Markt trotzdem für Überraschungen ist.

Mit einer neuen Finanzierungsrunde steigert Anthropic seinen Wert auf 380 Milliarden Dollar. Damit verdoppelt das Unternehmen hinter dem ChatGPT-Konkurrenten Claude seinen Wert innerhalb von einem halben Jahr. 30 Milliarden kamen in der jüngsten Runde dazu, so das Unternehmen.

Der Höhenflug der KI-Chatbots hält also weiter an – und an den Börsen spürt man diese Auswirkungen schon seit Wochen. Unternehmen der Finanzbranche aber auch Softwareunternehmen geraten unter Druck. Allein die Ankündigung einer neuen Anwendung für Anthropics KI-Agenten “Claude Cowork” vernichtete an der Wall Street in kürzester Zeit rund 285 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung.

Mit den vorgestellten Möglichkeiten zur Einbindung externer Dienste würde sich ein neues Level an Automatisierungsmöglichkeiten bieten. Es könnte auf dem Gebiet der Software-Entwicklung, bei Finanzdiensten oder Vermögensverwaltungen ganze Bereiche der Dienstleistungen unnötig machen oder ersetzen, so die Befürchtung.

Anleger hinterfragen KI

Gleichzeitig wächst allerdings in der Finanzbranche die Sorge, ob Unternehmen die hohen Investitionen für die KI auch leisten können. Denn das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz wird von Zukunftshoffnungen bestimmt. Der tatsächliche Umsatz der Unternehmen liegt ein vielfaches unter ihrer Bewertung.

Anthropic gibt mittlerweile an, voraussichtlich einen jährlichen von 14 Milliarden Dollar zu erzielen. Konkurrent OpenAI, der Konzern hinter ChatGPT, rechnet seine Umsätze der vergangenen Monate auf einen Jahreserlös von 20 Milliarden Dollar hoch.

“Am Markt dreht sich derzeit vieles um die Frage, welche Branchen ihre Produktivität durch Investitionen in Künstliche Intelligenz steigern können – und welche durch KI unter Druck geraten dürften”, sagte Jack Herr, Chefanalyst bei der Investmentfondsgesellschaft GuideStone.

Überraschungen sind möglich

Aufgemischt hat den Markt jüngst Semicab, ein Logistik-Dienstleister aus den USA, der zum Nasdaq-gelisteten Unternehmens Algorhythm Holdings gehört, jedoch in einer ganz anderen Liga spielt: Algorhythm Holdings meldete im Dezember einen Jahresumsatz von zehn Millionen Dollar.

Trotzdem schaffte es das Unternehmen am Donnerstag, die Transport- und Logistikbranche der USA um zehn Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung zu bringen. Semicab hatte eine KI-Anwendung vorgestellt, mit der sich die Anzahl von Lkw-Leerfahrten deutlich verringern ließe.

Anlegerinnen und Anleger zeigten sich von dieser Ankündigung so beeindruckt, dass eine Verkaufswelle die Logistikwerte traf. JPMorgan-Analystin Alexia Dogani hielt die Marktreaktionen zwar für ungerechtfertigt. Gleichzeitig zeigen solche Reaktionen, dass Anleger der jungen KI-Branche grundsätzlich noch viel zutrauen.

Zweifel schaden besonders Tech-Riesen

“Wir sehen dies als ein ‘Beweisjahr’ für KI”, sagt Jack Herr. “Es muss sich zeigen, dass die Investitionen auch Rendite abwerfen.” Genau daran haben viele Anlegerinnen und Anleger aktuell Zweifel, am Donnerstag stürzten diese die US-Indizes ins Minus. Besonders betroffen waren Tech-Größen Apple, Nvidia und Amazon.

Noch sind weder Anthropic noch OpenAI an der Börse gelistet. Beide Unternehmen streben einen Notierung an, haben diese aber zugunsten weiterer Finanzierungsrunden verschoben.

Generell ist die Branche gerade im Aufruhr: Sowohl bei Anthrophic und OpenAI, als auch bei Elon Musks Konkurrent xAI kam es in dieser Woche zu prominenten Abgängen. Unabhängig voneinander warnten die Ex-Mitarbeiter davor, dass die KI-Unternehmen Krisen auf dieser Welt befeuern würden – und ethische Bedenken schnell dem wirtschaftlichen Druck zum Opfer fallen fallen würden.

DAX bewegt sich kaum

Der DAX notierte am frühen Nachmittag knapp im Plus und nur wenig unter der Marke von 24.900 Punkten. Die Inflationsdaten aus den USA fielen etwas geringer aus als erwartet. Das erhöht die Erwartungen an eine Zinssenkung in den USA.

In Reaktion auf die Daten zur Inflation legte der Euro zu und näherte sich wieder dem Kurs von 1,19 Dollar. Eine Senkung der Zinsen in den USA würde den Dollar gegenüber dem Euro schwächen.

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