“Keinerlei Scham” – Ex-US-Präsident Obama äußert sich nach Schmähvideo

“Keinerlei Scham” – Ex-US-Präsident Obama äußert sich nach Schmähvideo

Barack Obama und Donald Trump bei der Trauerfeier des ehemaligen US-Vizepräsidenten Cheney.

Stand: 15.02.2026 12:19 Uhr

Ein vom Weißen Haus veröffentlichten Video zeigt die Köpfe des früheren US-Präsidenten Obama und seiner Frau auf Affenkörpern. Das hatte für einen Sturm der Enrüstung gesorgt. Nun äußert sich Obama erstmals zum Vorfall. Er beklagt fehlenden “Anstand”.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals über ein von Amtsinhaber Donald Trump veröffentlichtes Video geäußert, das ihn und seine Ehefrau Michelle als Affen verunglimpfte. Obama sprach in einem Interview mit dem linksgerichteten Youtuber und Podcast-Host Brian Tyler Cohen von fehlender “Scham” und fehlendem “Anstand” in der Politik.

Obama: Das hat Auswirkungen auf die Mid-Terms

Die meisten US-Bürger würden ein solches Verhalten als “zutiefst verstörend” empfinden. “Es gibt so eine Art Clown-Show auf den sozialen Netzwerken und im Fernsehen”, sagte Obama, ohne Trump beim Namen zu nennen.

Es scheint keinerlei Scham mehr darüber bei Menschen zu geben, die einst dachten, dass es Anstand, einen Sinn für Anständigkeit und Respekt für das Amt geben sollte, richtig? Das ist verloren gegangen.

Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

Der Demokrat sagte voraus, dass ein solches Verhalten Trumps Republikanern bei den Kongress-Zwischenwahlen im November schaden werde. “Letztlich wird die Antwort vom amerikanischen Volk kommen”, sagte der US-Präsident der Jahre 2009 bis 2017.

Trumps Obession mit vermeintlich gefälschter Wahl 2020

Das besagte Video war am 5. Februar auf Trumps Nutzerkonto bei seiner Onlineplattform Truth Social veröffentlicht worden. In dem Video ging es um vermeintliche Beweise für Manipulation bei der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte.

Am Ende des Videos sind kurz die lachenden Köpfe von Michelle und Barack Obama auf Affenkörpern zu sehen. Der erste afroamerikanische Präsident der US-Geschichte und seine Ehefrau tanzten darin vor einer Dschungel-Kulisse.

Weißes Haus sprach zunächst von “gespielter Empörung”

Das Video sorgte für einen Aufschrei der Empörung, Trump wurde Rassismus vorgeworfen. Auch Parteifreunde des rechtspopulistischen Präsidenten kritisierten das Video scharf.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach zunächst von “gespielter Empörung”, bevor das Weiße Haus das Video entfernte und erklärte, ein Mitarbeiter habe den Beitrag “irrtümlich veröffentlicht”. Trump beteuerte später, er habe “nur den ersten Teil angesehen und nicht das ganze Video”.

Obama äußerte sich auch zu ICE-Vorgehen

Ex-Präsident Obama äußerte sich im Podcast von Brian Tyler Cohen erneut auch mit scharfen Worten zu den Abschiebe-Razzien der Trump-Regierung in der Großstadt Minneapolis. Das Vorgehen von Einsatzkräften der US-Einwanderungsbehörde ICE und des Grenzschutzes erinnere ihn an “autoritäre Länder” und “Diktaturen”.

Obama wurde im Gespräch mit dem Podcaster Cohen deutlich: “Das schurkenhafte Verhalten von Agenten der Bundesregierung ist zutiefst besorgniserregend und gefährlich.”

Obama ruft zu friedlichen Protesten auf

Mut mache ihm aber der organisierte Widerstand von Bürgern gegen die Abschiebe-Razzien, sagte Obama. Die Bürger würden “systematisch, organisiert” sagen: “Das ist nicht das Amerika, an das wir glauben, und wir werden zurückkämpfen, wir werden dagegenhalten mit der Wahrheit und mit Kameras und mit friedlichen Protesten.”

ICE-Einsätze in Minneapolis mittlerweile beendet

Trump hatte tausende Einsatzkräfte in die von den Demokraten regierte Stadt Minneapolis geschickt, um Migranten ohne gültige Papiere festzunehmen und abzuschieben. Das rabiate Vorgehen von ICE und dem US-Grenzschutz sorgte für massive Proteste – insbesondere, nachdem Einsatzkräfte im Januar die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti erschossen. Am Donnerstag sagte Trumps Grenzbeauftragter Tom Homan, der Einsatz in Minneapolis werde beendet.

Allerdings bedeutet das keineswegs ein Ende der landesweiten Massenabschiebungen, an denen Trump weiter festhält. Der Streit um das Vorgehen von ICE hat inzwischen zu einer Haushaltssperre für das Heimatschutzministerium geführt, dem die Einwanderungsbehörde unterstellt ist. Die oppositionellen Demokraten fordern strengere Regeln für ICE-Einsatzkräfte.

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