Kakaopreisverfall an den Börsen – Schokolade wird billiger

Kakaopreisverfall an den Börsen – Schokolade wird billiger

Schokolade

Stand: 04.02.2026 11:54 Uhr

Der Kakaopreis ist an den Börsen stark gefallen. Erste Händler senken nun die Schokoladenpreise. Nach Jahren drastischer Verteuerung können Verbraucher auf weitere Entlastung hoffen.

Angela Göpfert

Gute Nachricht für Schokoladenfans: Sie müssen für eine Tafel Schokolade nicht mehr ganz so tief ins Portemonnaie greifen. Erstmals seit langem haben die großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler die Verkaufspreise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. So kostet etwa eine Tafel Vollmilchschokolade nun 89 Cent, eine mit ganzen Haselnüssen 1,29 Euro – das sind jeweils 10 Cent weniger als zuvor.

Kakaopreis auf Zwei-Jahres-Tief

Hintergrund ist der deutliche Preisverfall von Rohkakao, der an den Rohstoffbörsen gehandelt wird. Die Kakaopreise waren zuletzt weiter abgerutscht auf unter 4.000 Dollar pro Tonne – sie notieren damit so tief wie seit November 2023 nicht mehr, nachdem sie 2024 noch zeitweise auf über 10.000 Dollar gestiegen waren. Allein seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 30 Prozent zu Buche, in der Zwölf-Monats-Perspektive sind es sogar mehr als 60 Prozent.

Das liegt auch am wachsenden Angebot auf dem Kakaomarkt. So seien die Ernten in der Elfenbeinküste und Ghana deutlich höher ausgefallen, die Exportmengen höher und Einkaufspreise entsprechend gesunken, sagt Finn Ole Semrau, Handelsexperte am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Der Rohstoffbroker StoneX verweist zudem auf ein steigendes Angebot von Produzenten aus der zweiten Reihe wie Ecuador.

Nachfrage nach Kakao schwächelt

Doch die Gründe für den Preisverfall liegen nicht nur auf der Angebotsseite: “Während sich die Ernteaussichten in Westafrika und Südamerika verbessern, schwächelt die Nachfrage”, erklärt Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest.

Einer der deutlichsten Hinweise auf eine schwächere Nachfrage kommt aus dem verarbeitenden Sektor selbst. Der weltweit größte Schokoladen- und Kakaoverarbeiter Barry Callebaut meldete für das Quartal zum 30. November einen Rückgang des Verkaufsvolumens seiner Kakaosparte um rund 22 Prozent. Das Unternehmen begründete den Einbruch damit, dass die Nachfrage nach Kakaoprodukten gesunken sei.

Auch hierzulande griffen die Konsumenten zuletzt seltener zu Schokolade. Laut der Marktforschungsfirma NIQ ging die Zahl der verkauften Packungen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent zurück.

Angebotsüberschüsse am Kakaomarkt

Angesichts der steigenden Angebotsmengen und einer gleichzeitig schwächelnden Nachfrage prognostiziert der Rohstoffbroker StoneX beträchtliche Überschüsse am globalen Kakaomarkt: Für das laufende Erntejahr 2025/26 rechnet er mit einem Überschuss von 287.000 Tonnen, für das kommende Erntejahr 2026/27 geht er von 267.000 Tonnen zu viel Kakao auf den Weltmärkten aus.

Die Lagerbestände bei Kakao dürften damit weiter wachsen. Bis Ende 2026/27 soll das Verhältnis von Lagerbeständen zur Verarbeitung auf fast 40 Prozent steigen. “Damit würden die Lagerbestände auf den historischen Durchschnitt zurückkehren”, betont Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch. “Die Zeiten der akuten Angebotsknappheit wären damit vorbei.”

Ein anderes Preisniveau ist erreicht

Für Verbraucher sind das gute Nachrichten, können sie doch nun auf weitere Preissenkungen bei Schokolade hoffen. Doch die Messlatte für eine spürbare Entlastung liegt hoch: Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts machen deutlich, wie stark die Preise zuvor gestiegen waren.

Demnach kostete eine Schokoladentafel im Dezember im Schnitt 69 Prozent mehr als 2020, bei Riegeln oder anderen Schokoladenerzeugnisse betrug der Preisanstieg sogar fast 72 Prozent.

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