Iran will offenbar neue Atomgespräche aufnehmen

Iran will offenbar neue Atomgespräche aufnehmen

Ein Anti-USA-Werbeschild in Teheran

Stand: 02.02.2026 16:54 Uhr

Seit Wochen wird über einen bevorstehenden Militärschlag der USA auf Iran spekuliert. Nun soll es offenbar Verhandlungen zwischen den zwei Ländern geben. Die USA wollen Iran am Bau einer Atombombe hindern.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wollen Regierungsvertreter beider Länder einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden im Iran nahesteht. Präsident Massud Peseschkian habe die Eröffnung von neuen Atom-Gesprächen mit den USA verfügt.

Tasnim zufolge sind sämtliche Details für das Treffen noch unklar. Eine Bestätigung aus den USA steht ebenfalls aus. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, das Treffen solle am Freitag in Istanbul stattfinden. Das berichtet auch das Nachrichtenportal Axios.

Kurz zuvor hatte Iran als Reaktion auf den EU-Beschluss, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen, alle Botschafter europäischer Länder einbestellt.

Wachsende Sorgen vor neuem Krieg

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren in den letzten Tagen größer geworden. Auslöser der jüngsten Spannungen war die gewaltsame Niederschlagung der regierungskritischen Proteste. US-Präsident Donald Trump hatte einen möglichen neuen Militärangriff auf Iran angedroht und Kriegsschiffe in die Region entsandt.

Doch um die brutale Niederschlagung scheint es jetzt nicht mehr zu gehen – bei den anstehenden Verhandlungen soll erneut über das iranische Atomprogramm gesprochen werden.

Verhandlungsbereitschaft und Drohungen zugleich

Am Wochenende signalisierten sowohl Trump als auch die iranische Führung Verhandlungsbereitschaft. Zugleich sprachen beide Seiten jedoch auch erneute Drohungen aus: Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warnte für den Fall eines US-Angriffs vor einem “regionalen Krieg”. Die Streitkräfte Teherans wurden Armeeangaben zufolge in Alarmbereitschaft versetzt.

Trump zeigte sich unbeeindruckt von Chameneis Drohungen und sagte, dass “die Zeit knapp” werde für Teheran, um auf diplomatischem Wege einen “Deal” in der Atomfrage zu schließen.

Iranisches Atomprogramm weiter im Fokus

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, jedoch waren die Gespräche bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung einstellt. Teheran zeigte sich zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet die Maximalforderung jedoch als rote Linie.

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.

Weitere Streitpunkte sind Irans Raketenprogramm, die Unterstützung militanter Gruppen in Nahost sowie der Verbleib von 400 Kilogramm hochangereichertem Uran. Irans Regierung hatte betont, zunächst nur über das Atomprogramm verhandeln zu wollen.

Mit Informationen von Benjamin Weber, ARD Istanbul

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