Iran, Israel und die USA: Seit Jahrzehnten im Konflikt

Iran, Israel und die USA: Seit Jahrzehnten im Konflikt

Menschen in Teheran verbrennen aus Protest gegen Israel Flaggen


hintergrund

Stand: 28.02.2026 • 18:05 Uhr

Der Konflikt zwischen Israel, den USA und Iran reicht bereits viele Jahrzehnte zurück. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Land seit der Gründung der Islamischen Republik vor 47 Jahren.

1979: Gründung der Islamischen Republik

Nach monatelangen Protesten verlässt der von den USA gestützte Schah Mohammed Reza Pahlavi im Januar das Land und Revolutionsführer Ajatollah Ruholla Chomeini kehrt aus dem Exil in Paris zurück. Am 1. April wird die Islamische Republik ausgerufen.

1979-1981: Geiselnahme in der US-Botschaft

Am 4. November 1979 besetzen radikale Studenten die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Diplomaten als Geiseln. Damit protestieren sie gegen die Aufnahme des früheren Schahs in ein US-Krankenhaus. Im April 1980 bricht Washington seine Beziehungen zu Iran ab, ein Versuch, die Geiseln mit einem Militäreinsatz zu befreien, scheitert. Erst nach 444 Tagen werden im Januar 1981 die letzten Geiseln freigelassen.

1980-1988: Iran-Irak-Krieg

Der irakische Machthaber Saddam Hussein kündigt das Abkommen zum Grenzfluss Schatt el Arab auf und überfällt am 22. September den Iran. Nach schweren Kämpfen werden im Mai 1982 die irakischen Truppen aus dem Iran vertrieben, doch Chomeini lehnt eine Waffenruhe ab. Nach sechs weiteren Kriegsjahren, in denen Hunderttausende sterben, akzeptiert Chomeini im Sommer 1988 den von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand.

1989: Tod von Ajatollah Chomeini

Am 3. Juni 1989 stirbt der Revolutionsführer. Der bisherige Präsident Ali Chamenei wird zu Chomeinis Nachfolger gewählt, an die Spitze der Regierung rückt Akbar Haschemi Rafsandschani, der sich in den folgenden Jahren um wirtschaftliche Reformen und eine Entspannung mit dem Westen bemüht. 1997 wird der Reformer Mohammed Chatami zum Präsidenten gewählt. 1999 sieht sich die Regierung mit den größten Protesten seit der Revolution konfrontiert.

Ajatollah Ruhollah Chomeini (Archiv)

2002: “Achse des Bösen”

US-Präsident George W. Bush brandmarkt Iran als Teil einer gegen die Vereinigten Staaten gerichteten “Achse des Bösen” zusammen mit dem Irak und Nordkorea und beschuldigt das Land, den Terrorismus zu unterstützen.

2005: Rückkehr der Hardliner

Nach acht Jahren Chatami gewinnt der konservative Hardliner Mahmud Ahmadinedschad im Juni die Präsidentenwahl. Mit seinen Äußerungen zum Holocaust und seinen verbalen Attacken gegen Israel provoziert er den Westen, der nach der Wiederaufnahme des Atomprogramms harte Sanktionen verhängt. Ahmadinedschads umstrittene Wiederwahl im Juni 2009 führt zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen werden.

2015: Vereinbarung im Atomstreit

2013 wird der moderate Politiker Hassan Ruhani mit dem Versprechen zum Präsidenten gewählt, den Atomstreit beizulegen und die Wirtschaft wiederzubeleben. Nach jahrelangen Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland wird im Juli 2015 in Wien ein Abkommen geschlossen, das den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms garantieren soll und im Januar 2016 zur Aufhebung der im Atomstreit verhängten Sanktionen führt.

2018: Aufkündigung des Atomabkommens

Nachdem US-Präsident Barack Obama im Verhältnis zum Iran auf Verhandlungen gesetzt hatte, verschärft sein Nachfolger Trump wieder den Kurs. Im Mai 2018 kündigt er einseitig das Atomabkommen auf und verhängt neue Sanktionen. Die ohnehin angeschlagene iranische Wirtschaft stürzt in eine tiefe Krise. Ein Jahr später beginnt Teheran, sich schrittweise von seinen eigenen Verpflichtungen durch das Abkommen zurückzuziehen.

2019: Massenproteste

Die Erhöhung des Benzinpreises mitten in der Wirtschaftskrise löst im November 2019 im ganzen Land Massenproteste aus, die niedergeschlagen werden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von mindestens 304 Toten.

2020: US-Drohnenangriff

Am 3. Januar töten die USA den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani mit einer Drohne im Irak. Teheran beschießt daraufhin im Irak stationierte US-Truppen mit Raketen.

2022: “Frau, Leben, Freiheit”

Am 16. September stirbt die 22-jährige Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die iranische Sittenpolizei. Die junge Kurdin war wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die strikte islamische Kleiderordnung abgeführt worden. Ihr Tod löst monatelange Proteste unter dem Motto “Frau, Leben, Freiheit” aus. Dabei werden Hunderte Menschen getötet, darunter auch Dutzende Sicherheitskräfte.

Ein Schild mit der Aufschrift “Mahsa Amini”. Die 22-Jährige starb nach der Festnahme durch die Sittenpolizei.

2025: Zwölftägiger Krieg

Die USA greifen in einen Krieg zwischen seinem Verbündeten Israel und Iran ein und bombardieren am 21. Juni drei wichtige iranische Atomanlagen. US-Präsident Trump zufolge werden die Anlagen Fordo, Natans und Isfahan vollständig zerstört, der wirkliche Umfang der Schäden ist aber nicht klar. Der Krieg endet nach zwölf Tagen mit einer Waffenruhe.

2026: Neue Massenproteste und Drohungen

Die Proteste wegen der schlechten Wirtschaftslage weiten sich im Januar rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung aus, Tausende Demonstranten werden getötet. Trump droht mit einer Militärintervention, Washington fordert zudem von Teheran ein Abkommen über das iranische Atomprogramm.

Im Februar nehmen die USA und Iran unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder auf. Trump droht Iran mehrfach mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.

Die USA ziehen eine gewaltige Armada in der Region zusammen und verlegen Flugzeugträger, weitere Kriegsschiffe und Kampfflieger in die Region. Israel und die USA starten schließlich einen “Präventivschlag” gegen Iran, wie das Verteidigungsministerium verkündet und rufen die Bevölkerung auf, das Regime der Mullahs zu stürzen.

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