Monatelang wurde der Einkauf im Supermarkt immer teurer, nun können die Verbraucher in Deutschland etwas aufatmen. Dafür wurden die Dienstleistungen im November aber wieder deutlich teurer.
Die Inflation verharrt im November auf einem Niveau von 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Damit bleibt der Preisanstieg gegenüber dem Vormonat stabil.
Deutlich gestiegen ist dagegen die Kaufkraft: Im dritten Quartal entwickelten sich die Reallöhne, also die Bruttolöhne abzüglich der Inflationsrate, deutlich stärker als die allgemeine Teuerungsrate. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen sie um 2,7 Prozent – der höchste Zuwachs im laufenden Jahr.
Dienstleistungen bleiben teuer
Angetrieben wurden die Preise, wie auch schon in den vergangenen Monaten, vor allem durch die deutlich gestiegenen Preise für Dienstleistungen. So mussten die Deutschen bei Autoversicherungen, Pauschalreisen und Restaurantbesuche mit Mehrkosten rechnen.
Lebensmittelpreise stiegen nur leicht, blieben aber unter der allgemeinen Teuerungsrate. So waren im November unter anderem Butter und Öl deutlich günstiger als im Vormonat. Gesunken sind weiterhin die Kosten für Energie, wenn auch im November nur noch leicht.
Niveau von 2019 wieder erreicht
Insgesamt spüren viele Menschen jedoch noch immer die Auswirkungen der starken Preisanstiege in Folge der Corona-Pandemie und dem russischen Angriff auf die Ukraine, als besonders Energie sich sprunghaft verteuerte.
So markiert die Entwicklung der Reallöhne zwar einen Rekord für 2025, insgesamt aber befindet sich das Niveau nun auf dem von Herbst 2019. Sechs Jahre Stagnation seien das gewesen, sagt Entgelt-Experte Malte Lübker. “Eine lange Durststrecke für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.”
Für 2026 rechnen die Ökonominnen und Ökonomen mit einem weiteren Abflauen der Inflation, sodass sie sich dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) annähern sollte. Die EZB strebt eine moderate Teuerungsrate von zwei Prozent an.
Im europäischen Ausland wurden ähnliche Entwicklungen gemeldet. So ging die Inflation in Frankreich und Italien leicht zurück.
