Inflation in der Eurozone fällt auf tiefsten Stand seit 2021

Inflation in der Eurozone fällt auf tiefsten Stand seit 2021

Kunden in einem Supermarkt in Frankreich.

Stand: 04.02.2026 12:42 Uhr

In der Eurozone ist die Inflationsrate auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren gefallen. Im Januar stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich nur noch um 1,7 Prozent.

Die Inflation im Euroraum hat zu Jahresbeginn spürbar nachgelassen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Januar um durchschnittlich 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte. Es ist die niedrigste Inflationsrate im Währungsraum seit April 2021.

Das liegt in erster Linie am nachlassenden Inflationsdruck in großen Ländern wie Frankreich und Italien: So war die Inflationsrate in Frankreich zu Jahresbeginn auf 0,4 Prozent gesunken, in Italien lag sie bei 1,0 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland zogen die Verbraucherpreise zuletzt noch um 2,1 Prozent an.

Energie günstiger, Lebensmittel teurer

Ein Grund für die schwächere Inflation in der Eurozone sind sinkende Kosten für Energie. Die Energiepreise fielen um 4,1 Prozent im Jahresvergleich. Die Preise für Lebens- und Genussmittel stiegen hingegen um 2,7 Prozent.

Doch auch wenn man die besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausrechnet, ist die Inflation gesunken: Die sogenannte Kerninflation lag im Januar bei 2,2 Prozent nach zuvor 2,3 Prozent.

Steuert die EZB auf Zinssenkungen zu?

Der nachlassende Inflationsdruck dürfte auch die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen. Die EZB hatte zuletzt die Leitzinsen nicht angetastet. Auch bei der nächsten Ratssitzung an diesem Donnerstag wird keine Änderung erwartet.

Allerdings liegt die Teuerungsrate im Währungsraum nunmehr klar unter dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. “Setzt sich dieser Trend etwa wegen der Preissenkungen chinesischer Anbieter fort, dürften Spekulationen über eine weitere EZB-Zinssenkung aufkommen”, so Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Eine Zinssenkung sei im weiteren Verlauf des Jahres wahrscheinlicher als eine Zinserhöhung.

Auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ist überzeugt, dass die Rufe nach einer EZB-Zinssenkung nun lauter werden dürften. “Wir dürfen jedenfalls auf den Wortlaut auf der morgigen EZB-Pressekonferenz gespannt sein. Zu vermuten ist, dass die Tür für eine Zinssenkung zumindest einen Spaltbreit geöffnet wird.”

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