Indien wird zum strategischen Partner für deutsche Unternehmen

Indien wird zum strategischen Partner für deutsche Unternehmen

Die Nationalflaggen von Deutschland und Indien.

Stand: 12.01.2026 14:14 Uhr

Deutsche und indische Unternehmen wollen bei Energiewende, Rüstung und Logistik stärker zusammenarbeiten. Sie unterzeichneten zahlreiche Verträge, die auch den Weg für das geplante Freihandelsabkommen mit der EU ebnen sollen.

Deutschland und Indien wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit stark ausbauen. Mehrere Unternehmen unterzeichneten großvolumige Verträge anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi im indischen Ahmedabad.

Abkommen über grünes Ammoniak

Besonders heraus sticht dabei ein Abkommen des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper mit AM Green Ammonia, einem der führenden indischen Unternehmen für Erneuerbare Energien. Im Rahmen des Vertrages wird Uniper künftig bis zu 500.000 Tonnen grünes Ammoniak abnehmen. Uniper Vorstandschef Michael Lewis sprach von einem der “ersten groß angelegten Versorgungskorridore zwischen Indien und Europa”.

Die chemische Verbindung gilt als Schlüssel-Rohstoff für die Energiewende, denn grünes Ammoniak ist zu etwa 90 Prozent CO2-neutral. Bis 2030 wird mit einer Steigerung des weltweiten Marktvolumens von rund 60 Prozent gerechnet.

Der Rohstoff wird unter anderem als Düngemittel in der Landwirtschaft, Antrieb für Containerschiffe und beim Transport von Wasserstoff benötigt. Indien ist wegen seines hohen Anteils an Erneuerbaren Energien weltweit einer der führenden Hersteller von grünem Ammoniak.

Deals mit TKMS und der Deutschen Post

Zahlreiche bilaterale Abkommen wurden auch im Bereich der Rüstung, wichtiger Mineralien und Künstlicher Intelligenz abgeschlossen. Die Rüstungstochter von Thyssenkrupp, TKMS, geht vom Abschluss eines Vertrages bis Ende März aus. Danach soll das Unternehmen sechs neue U-Boote für die indische Marine bauen und die Option auf drei weitere erhalten.

Auch die Deutsche Post, für die Indien schon seit der Übernahme des Paketdienstleisters DHL eine zentrale Bedeutung hat, will die Zusammenarbeit mit der indischen Post noch stärker vertiefen.

Vertrag mit der EU schon Ende Januar?

Die enge wirtschaftliche Kooperation Deutschlands mit Indien dürft auch ein wesentlicher Bestandteil des geplanten Freihandelsabkommens der EU mit der größten Demokratie der Welt werden. In Indien leben 1,4 Milliarden Menschen. Der Vertrag soll wegen der aggressiven Zollpolitik der USA möglicherweise schon Ende des Monats unterzeichnet werden. Ursprünglich war ein Abschluss erst Ende des Jahres angepeilt worden.

Doch nicht in allen Branchen läuft das Geschäft rund: Die Deutsche Bank, die seit über 40 Jahren in Indien vertreten ist und dort 17 Filialen hat, will ihr Geschäft jetzt abstoßen. Hintergrund sind die erbitterte Konkurrenz heimischer Institute und regulatorische Hürden. Auch andere ausländische Banken haben sich aus dem indischen Markt zurückgezogen.

Mit Informationen von Klaus-Rainer Jackisch, ARD-Finanzredaktion.

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