Eigentlich sind Hai-Angriffe selten, doch nun häufen sie sich: Im australischen Bundesstaat New South Wales wurden mehrere Attacken seit dem Wochenende registriert. Zahlreiche Strände in und um Sydney wurden gesperrt.
In Australien ist es in den vergangenen Tagen zu mehreren Hai-Angriffen auf Menschen gekommen. Beim jüngsten Vorfall am Dienstagmorgen wurde ein Surfer Im Bundesstaat New South Wales verletzt. Es war die vierte Attacke innerhalb von drei Tagen.
Der Mann war bei Point Plomer, 460 Kilometer nördlich von Sydney, surfen, als der Hai in sein Brett biss. Er habe Glück gehabt und nur leichte Verletzungen erlitten, sagte Matt Worrall, der Vorsitzende des Kempsey-Crescent Head Surf Life Saving Club. “Das Board hat den Großteil des Aufpralls abbekommen”, sagte Worrall dem australischen Sender ABC.
Der 39-Jährige habe es selbst ans Ufer geschafft. Dort hätten ihm Einheimische geholfen und ihn in ein Krankenhaus gefahren. Er sei inzwischen wieder entlassen worden.
Hai-Angriffe in und um Sydney häufen sich
Bereits in den Tagen zuvor hatte es drei Hai-Angriffe in und um Sydney gegeben. Am Sonntag wurde ein zwölfjähriger Junge angegriffen, nachdem er von einer sechs Meter hohen Klippe nahe des Shark Beach im Hafen von Sydney gesprungen war.
Die Polizei vermutete, dass der Junge nur überlebte, weil seine Freunde ihm zur Hilfe eilten: Sie sprangen während des Angriffs ebenfalls von der Klippe und zogen ihn zurück ans Ufer. “Für die Jungen war es sehr belastend, diese Verletzungen zu sehen”, sagte Joseph McNulty von der Polizei. Medien berichteten, dass der Junge beide Beine verloren habe.
Am Montag gegen Mittag wurde ein elfjähriger Junge auf einem Surfbrett am Strand von Dee Why von einem Hai angegriffen. Der Hai biss ein Stück des Brettes ab, der Junge blieb unverletzt.
Ebenfalls am Montag wurde ein Surfer gegen 18.20 Uhr am North Steyne Beach von einem Hai ins Bein gebissen. Umstehende Passanten zogen ihn aus dem Wasser, bevor er in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht wurde.
Bullenhaie durch trübes Wasser angelockt
Die Behörden warnten, dass kürzliche Regenfälle das Wasser an den Stränden getrübt hätten, was das Risiko von Bullenhai-Angriffen erhöhe. Bullenhaie sind für die meisten Angriffe rund um Sydney verantwortlich. Bullenhaie nutzen laut Wissenschaftlern das Brackwasser, um dort ihren Nachwuchs zu gebären.
Die Strände entlang der Nordküste von New South Wales und im Norden von Sydney wurden nach den Angriffen zunächst für 48 Stunden geschlossen. Außerdem setzen die Behörden nun elektronische “Drumlines” an der australischen Ostküste ein, die Alarm schlagen, wenn ein großer Hai angebissen hat.
Surfer besonders häufig von Angriffen betroffen
Grundsätzlich sind Hai-Angriffe selten. Besonders gefährdet sind Surfer, weil Haie sie oft für Robben halten. Laut einer offiziellen Datenbank wurden seit 1791 in Australien insgesamt 255 tödliche Angriffe verzeichnet.
Im September war ein Surfer an einem beliebten Strand in Sydney von einem Weißen Hai getötet worden, im Dezember kam eine Schwimmerin bei einem Hai-Angriff an einem abgelegenen Strand nördlich von Sydney ums Leben.
Mit Informationen von Florian Bahrdt, ARD Singapur
