Nach der Brandkatastrophe in der Schweiz ist der Besitzer der Bar, in der 40 Menschen ums Leben kamen, festgenommen worden. Bei der offiziellen Trauerfeier gedachten etwa 1.000 Angehörige und Gäste der Opfer.
Mit einer Trauerfeier haben Angehörige, Rettungskräfte und Politiker der 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana gedacht. Nicht weit entfernt, in Martigny, hatten sich am Nachmittag etwa 1.000 geladene Gäste zu einer offiziellen Veranstaltung versammelt. Opferfamilien und Vertreter der Schweizer Staatsspitze, darunter Bundespräsident Guy Parmelin, aber auch die Staatspräsidenten von Frankreich und Italien, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella, nahmen teil.
Drei jugendliche Augenzeugen schilderten die furchtbaren Momente der Silvesternacht. “Es war eine apokalyptische Szene”, sagte eine junge Frau. “Die Bilder, die sich uns boten, waren unerträglich.” Die drei gehörten zu den Menschen, die gegenüber der Bar “Le Constellation” gefeiert hatten.
In der Silvesternacht wurden bei dem Brand 40 Menschen getötet. Etwa 120 wurden meist schwer verletzt. Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene – die jüngsten waren erst 14 Jahre alt.
Bundespräsident fordert lückenlose Aufklärung
Die Träume vieler junger Menschen seien vorzeitig in der Asche einer Nacht des Grauens zunichtegemacht worden, sagte der Bundespräsident Parmelin. Zugleich forderte das Schweizer Staatsoberhaupt eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien “ohne Verzögerung und ohne Nachsicht” aufzudecken. Es gelte, Lehren zu ziehen und künftig für die größtmögliche Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen, sagte Parmelin.
Barbetreiber in Untersuchungsshaft
Im Zuge der Ermittlungen zur Brandkatastrophe befindet sich der Barbetreiber inzwischen in Untersuchungshaft. Es bestehe Fluchtgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit. “Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret”, teilte die Behörde weiter mit. Dies gelte nicht für seine Frau.
Gegen das Betreiber-Ehepaar hatte die Justiz Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst gestartet. Auch die Behörden selbst stehen im Fokus. Aus noch ungeklärten Gründen waren die Brandschutzmaßnahmen des Lokals vorschriftswidrig jahrelang nicht von den zuständigen Stellen geprüft worden.
Die Ehefrau entschuldigte sich unter Schluchzen. “Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können”, sagte die Barbetreiberin nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. “Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen.” Ihre Gedanken seien die ganze Zeit über bei den Opfern und denjenigen, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen hätten.
