Noch nie gab es in China seit der Gründung der Volksrepublik eine so niedrige Geburtenrate. Die Bevölkerung schrumpft ebenfalls seit Jahren. Für die chinesische Wirtschaft ist das ein großes Problem.
Chinas Geburtenrate ist im vergangenen Jahr auf einen historischen Tiefstand gesunken. Je 1.000 Einwohner kamen nur noch 5,63 Kinder zur Welt, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Damit ist die Rate auf dem tiefsten Stand seit Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949.
Einige Gründe dafür sind die hohen Kosten für die Kindererziehung, der teure Wohnraum, aber auch die wirtschaftliche Unsicherheit unter jungen Menschen.
Während es im vergangenen Jahr 7,92 Millionen Neugeborene gab, starben auch 11,31 Millionen Menschen in China. Zudem schrumpfte die chinesische Bevölkerung im vierten Jahr in Folge. Auch die Zahl der Hochzeiten sank weiter.
Geburtenrate in China im weltweiten Vergleich niedrig
Zwar zählt die Volksrepublik China zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Seit einigen Jahren zeigt der Wachstumstrend allerdings nach unten.
Auch im Vergleich zu vielen EU-Ländern ist die Geburtenrate in China niedrig. Für das vergangene Jahr gibt es bisher noch keine Daten. 2024 war die EU-weite Geburtenrate mit durchschnittlich 7,9 Kindern je 1.000 Einwohner jedoch höher als in China. In Deutschland kamen 8,1 Neugeborene je 1.000 Einwohner zur Welt.
In Indien, dem inzwischen bevölkerungsreichsten Land weltweit, lag die Geburtenrate im Jahr 2024 laut UN sogar bei 16 neugeborenen Kindern je 1.000 Einwohner.
Chinesische Wirtschaft braucht Bevölkerungswachstum
Für China, das für sein Wirtschaftswachstum viele Arbeitskräfte braucht, ist der Bevölkerungsrückgang ein großes Problem. Maßnahmen wie die bessere finanzielle Unterstützung von Eltern und höhere Steuern für Kondome konnten die Entwicklung bisher nicht umkehren.
Die chinesische Regierung hatte außerdem im Jahr 2016 die sogenannte Ein-Kind-Politik abgeschafft, die in den frühen 1980er-Jahren zur Kontrolle des schnellen Bevölkerungswachstums eingeführt worden war. Seit 2021 dürfen Paare drei Kinder haben.
Trotz allem rechnen die UN damit, dass die chinesische Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen im vergangenen Jahr bis zum Jahr 2100 auf 800 Millionen schrumpfen wird. Um dennoch genügend Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben, will die Regierung das Rentenalter nun schrittweise anheben.
