Festnahmen nach Betrugsverdacht im Pariser Kunstmuseum Louvre

Festnahmen nach Betrugsverdacht im Pariser Kunstmuseum Louvre

Besucher stehen Schlange vor dem Pariser Louvre

Stand: 12.02.2026 21:43 Uhr

Erst wenige Monate liegt der Juwelen-Diebstahl aus dem Pariser Louvre zurück. Nun gerät das Kunstmuseum erneut in den Fokus der Öffentlichkeit: Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs mit Tickets.

Über zehn Jahre lang soll sich ein Betrugsring im Pariser Kunstmuseum Louvre mit einer ausgeklügelten Masche bereichert haben. Nun wurden bei einer großangelegten Polizeiaktion neun Menschen festgenommen und mehr als 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Zu den Festgenommenen gehören Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre und eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Festnahmen erfolgten bereits am Dienstag. Am Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden. Das Museum hatte Ende 2024 selbst bei der Polizei Alarm geschlagen haben, weil es Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.

Überhöhte Preise und gefälschte Tickets

Die Betrüger sollen laut Staatsanwaltschaft Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Teilnehmern überschritten. Für die zusätzlichen Teilnehmer hätten sie überhöhte Preise berechnet – außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs und zum eigenen Profit. Außerdem sollen sie Tickets mehrfach verwendet und falsche Eintrittskarten verkauft haben. Museumsmitarbeiter hätten Geld dafür erhalten, die Gruppen nicht zu kontrollieren.

Um die mutmaßlichen Betrüger zu überführen, setzten die Fahnder auf Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen. Bei den Razzien seien mehr als 957.000 Euro in bar und 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten beschlagnahmt worden.

Mehr als zehn Millionen Euro Schaden

Den größten Teil der Beute hätten die Betrüger allerdings schon ausgegeben und unter anderem in Immobilien in Frankreich und Dubai investiert, so die Staatsanwaltschaft. Der Louvre beziffert den entstandenen Schaden auf mehr als zehn Millionen Euro. Eine Sprecherin des Museums teilte mit, man habe einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben. Er umfasse strengere Kontrollen und technische Maßnahmen.

Im Oktober war es im Louvre es zu einem spektakulären Einbruch gekommen, bei dem acht Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro entwendet wurden. Im November musste eine Galerie wegen technischer Schäden geschlossen werden.

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