Immer mehr Wege werden zu Fuß zurückgelegt, Autos stehen immer häufiger ungenutzt herum – das sind zwei wichtige Erkenntnisse der neuen Mobilitätsstudie der Bundesregierung.
Das Auto bleibt zwar das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. Es steht aber immer häufiger ungenutzt herum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “Mobilität in Deutschland”, die vom Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde. Demnach wird fast die Hälfte der Autos an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt. Im Jahr 2008 sei nur ein Drittel der Autos am Tag nicht genutzt worden.
Elektroautos werden genutzt wie Verbrenner
Dabei ist den Studienautoren aufgefallen, dass Elektroautos nicht mehr nur für kürzere Wege, sondern mittlerweile fast genauso wie Verbrenner genutzt würden. Es gebe bei der Jahresfahrleistung und den Streckenlängen pro Fahrt kaum noch Unterschiede, heißt es. “Heute liegt der Anteil für längere Strecken ab 30 Kilometern mit 13 Prozent annähernd gleich auf mit den Weglängen, die mit Verbrennerfahrzeugen zurückgelegt werden.”
Die Jahresfahrleistung von E-Autos betrage im Schnitt 14.600 Kilometer, während es bei allen Wagen 13.700 seien, bei neueren Verbrennern ab dem Zulassungsjahr 2020 aber durchschnittlich 16.800 Kilometer.
“Das Auto bleibt weiterhin das wichtigste Verkehrsmittel”, sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Zwar werde erstmals etwas weniger gefahren, das Auto sei aber für viele Menschen gerade in ländlichen Gebieten weiterhin unverzichtbar. Laut Studie werden 53 Prozent aller Wege und 73 Prozent aller Kilometer als Fahrer oder Mitfahrer zurückgelegt.
Mehr Wege werden zu Fuß gegangen
Auffällig ist laut Studie, dass der Fußverkehr deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Er liege auf dem höchsten Niveau seit 2008, vier Prozent aller Kilometer würden so zurückgelegt. Zum Vergleich: Mit dem Fahrrad sind es elf Prozent. Studienautor Robert Follmer sagte, es würden seit der Corona-Pandemie öfter Hunde ausgeführt, außerdem sei das Gesundheitsbewusstsein mit Schrittzählern ausgeprägter als in der Vergangenheit.
Der öffentliche Nahverkehr hat sich vor allem dank des Deutschlandtickets vom Corona-Tief erholt. Bei 16 Prozent der befragten Personen ist es der Studie zufolge das übliche Ticket. In Metropolen liegt der Anteil sogar bei 33 Prozent. Das Deutschlandticket wird auch nicht nur für den Weg zur Arbeit genutzt. 32 Prozent der Fahrten sind Freizeitwege.
Die Studie basiert laut Ministerium auf einer bundesweiten Befragung von Haushalten in mehr als 1.000 Städten und Gemeinden zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten. Zwischen Mai 2023 und Juni 2024 seien über 218.000 Haushalte und rund 421.000 Personen befragt worden. Die Studie wurde bereits in den Jahren 2002, 2008 und 2017 erhoben.
