Explosion in Delhi: Behörden ermitteln in Richtung Terroranschlag

Explosion in Delhi: Behörden ermitteln in Richtung Terroranschlag

Sicherheitskräfte stehen am Ort der Explosion in Delhi

Stand: 11.11.2025 08:22 Uhr

Nach der schweren Explosion mit acht Toten in Delhi ermitteln die Behörden inzwischen in Richtung eines Terroranschlags. Indische Medien berichten über einen möglichen islamistischen Hintergrund.

Peter Hornung, NDR

Es war kurz vor 19 Uhr Ortszeit, als es passierte. Ein Auto explodierte, ein kleiner Hyundai. In unmittelbarer Nähe zum Roten Fort, UNESCO-Weltkulturerbe, wo jeden Tag Tausende Touristen aus dem In- und Ausland sind.

Auch zu diesem Zeitpunkt am frühen Abend war die Gegend in der Altstadt Delhis noch voll von Menschen. Videos, die das ARD Studio Neu-Delhi von einem Augenzeugen bekommen hat, zeigen brennende Fahrzeuge, Menschen sind in Panik, auf der Straße liegt regungslos ein Mann.

Die indische Polizei ermittelt inzwischen in Richtung eines Terroranschlags. Es sei Anzeige erstattet worden, erklärte der Polizeioffizier Raja Banthia vor Journalistinnen und Journalisten. Es gehe um Straftaten, die nach mehreren Anti-Terror-Gesetzen verfolgt werden. Teams der Polizei und anderer Ermittlungsbehörden seien im Einsatz und untersuchten den Tatort. Die Ermittlungen dauerten an, alle Beweismittel und Spuren würden gesichert. Dass es tatsächlich ein Terroranschlag war, bestätigte Banthia allerdings nicht.

Terrorzelle mit Verbindung nach Kaschmir?

Mehrere landesweite Medien, darunter der Nachrichtensender NDTV, berichten dennoch mit Berufung auf Polizeiquellen über einen möglichen islamistischen Hintergrund. Es soll um eine Terrorzelle mit Verbindungen in die Unruheregion Kaschmir gehen. Demnach habe es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, es wird bereits der Name des möglichen Täters genannt.

In den vergangenen Tagen hatten indische Sicherheitsbehörden in der Stadt Faridabad nahe Delhi zwei Männer festgenommen, zwei Ärzte aus einem Ort in Kaschmir. In diesem Zusammenhang waren große Mengen Material für den Bombenbau gefunden worden.

360 kg entzündliches Material sichergestellt

“Unsere Einsatzteams haben hier zusammengearbeitet”, sagte Polizeichef Satender Kumar. “Dabei wurde der Beschuldigte, Dr. Muzammil, festgenommen.” Im Zuge der Ermittlungen seien mehrere Razzien durchgeführt worden. “Gestern wurden 360 kg entzündliches Material sichergestellt, bei dem es sich möglicherweise um Ammoniumnitrat handelt.”

Ammoniumnitrat ist hochexplosiv, es wurde immer wieder für Bombenanschläge benutzt. Die wohl schwerste Explosion von Ammoniumnitrat fand vor gut fünf Jahren im Libanon statt. Damals war in Beirut ein riesiges Lagerhaus explodiert – nach heutigem Wissenstand war das allerdings ein Unglück, kein Anschlag.

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