Erste Namen für Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier kursieren

Erste Namen für Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier kursieren

Außenansicht des Schloss Bellevue bei Nacht.

Stand: 13.02.2026 07:07 Uhr

In einem Jahr wählt die Bundesversammlung das deutsche Staatsoberhaupt. Die Union hofft, dieses Mal einen Kandidaten oder eine Kandidatin durchsetzen zu können. Schon jetzt kursieren prominente Namen.

Dietrich Karl Mäurer

Wer wird Germany’s Next Bundespräsident? Angela Merkel? So brodelte es jüngst in der Berliner Gerüchteküche. Die ehemalige Kanzlerin wäre die erste Frau im höchsten Staatsamt. “Abwegig” hieß es prompt aus ihrem Büro. Und ohnehin gilt: Wer zu früh ins Rennen geht, bleibt am Ende chancenlos. Aber vermutlich will Merkel wirklich nicht.

In der Union erhofft man von einem Farbwechsel. Nach zwei Amtszeiten eines SPD-Kandidaten sei wieder Schwarz dran. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sprach sich mehrfach dafür aus, dass es eine Frau werden soll. Gesucht wird eine Kandidatin, die konservativ genug für die eigene Basis und gleichzeitig akzeptabel für die Mitte ist. Im Casting-Katalog: Karin Prien, CDU-Familienministerin mit jüdischen Wurzeln. Sollte sie gewählt werden, wäre das doppelt historisch.

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner steht ebenfalls auf der Liste. Ihre Wahl würde allerdings Markus Söders Kanzlerhoffnungen torpedieren. Zwei CSU-Mitglieder in hohen Staatsämtern dürfte manchem zu viel sein.

Oder Bundestagspräsidentin Julia Klöckner? Resolut und mitunter streitbar führt sie das Parlament. Doch ist sie die Richtige für Schloss Bellevue?

Von der SPD hört man noch keine Kandidatennamen, aber sie wird kaum kampflos den roten Teppich ausrollen.

AfD könnte Einfluss gewinnen

Gesucht wird eine Persönlichkeit mit breiter Zustimmung. Denn die Bundesversammlung, das Mischwesen aus Bundestag und Landtagsdelegierten, könnte in einem Jahr politisch brisant zusammengesetzt sein. Bei den fünf anstehenden Landtagswahlen dürfte die AfD zulegen – das bringt ihr zusätzliche Stimmkarten. Zwar wird kein AfD-Kandidat das Rennen machen, doch lässt die Partei andere schon jetzt schwitzen. Je stärker die AfD abschneidet, desto kniffliger wird die Wahl.

Bei der Nachfolge Steinmeiers geht es um mehr als um einen Namen. Es geht um die Frage: Findet die politische Mitte noch einen gemeinsamen Nenner? Eines steht schon jetzt fest: Das Casting wird spannender denn je.

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