Auch der Name von Südafrikas Ex-Präsident Zuma erscheint in den neuen Epstein-Akten. Es geht um E-Mails rund um ein mögliches Treffen in London. Der Fall schlägt in Südafrika hohe Wellen.
Es geht um ein Abendessen während eines Staatsbesuchs in London im Jahr 2010. Damals war Jacob Zuma gerade mal zwölf Monate als Südafrikas Präsident im Amt. E-Mails aus dieser Zeit legen nahe, dass zum Abschluss der offiziellen Visite ein privates Dinner organisiert wurde, offenbar im Luxushotel Ritz.
Laut der investigativen Online-Zeitung Daily Maverick wird in einer der Nachrichten darum gebeten, eine junge Frau einzuladen, um dem Abend “Glamour” zu verleihen. Es soll sich dabei um ein russisches Model gehandelt haben.
Keine Beweise für ein Treffen mit Epstein
Zumas Name wird in den E-Mails genannt, ebenso der Name Jeffrey Epstein, der in die Organisation eingebunden gewesen sein soll. Allerdings belegen die Dokumente ausdrücklich nicht, dass sich Jacob Zuma persönlich mit Epstein getroffen hat oder dass es bei diesem Abendessen zu strafbarem Verhalten gekommen ist. Es gibt bislang auch keinerlei Hinweise, dass Zuma in Epsteins Missbrauchsnetzwerk verstrickt gewesen sein könnte.
Zuma polarisiert
In Südafrika schlagen die Berichte trotzdem hohe Wellen. Kein Wunder, denn der ehemalige Präsident polarisiert das Land wie kaum ein anderer. Für seine Anhänger ist er ein Mann des Volkes, der sich gegen weiße und westliche Eliten zur Wehr gesetzt hat.
Für seine Kritiker ist er ein Symbol für skrupellosen Machtmissbrauch und Korruption. Mit seinen Getreuen in Regierung und Wirtschaft hatte Zuma in seiner Amtszeit von 2009 bis 2018 den Staat regelrecht ausgeplündert. 2021 wurde er wegen Missachtung gerichtlicher Anordnungen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Bei den anschließenden Krawallen kamen mehr als 300 Menschen ums Leben.
Heute gehört der 83-Jährige zu den schärfsten Kritikern seines Nachfolgers Cyril Ramaphosa. Seine neu gegründete MK-Partei ist die stärkste Oppositionskraft im Parlament. Die Partei muss sich gerade kritische Fragen stellen, weil Mitglieder dabei geholfen haben sollen, mindestens 17 junge Südafrikaner mit falschen Versprechungen nach Russland zu locken, die dann im Ukraine-Krieg an der Front gelandet sind. Unter anderem wird deshalb gegen eine Tochter Zumas strafrechtlich ermittelt.
Stiftung weist Verbindung zurück
Sein politisches Erbe lässt der frühere Staatschef von der Jacob-Zuma-Stiftung verwalten, die sich als unabhängige Entwicklungs-Organisation darstellt, aber immer wieder öffentlich für ihren Gründer Partei ergreift. So auch diesmal. Mit scharfen Worten weist Mzwanele Manyi, der Sprecher der Stiftung, Berichte über eine mögliche Verbindung zwischen Zuma und Epstein als “Schmutzkampagne” zurück. Es gebe schließlich keinerlei Hinweise auf ein strafbares oder unangemessenes Verhalten.
“Der Versuch, Präsident Zuma durch Nähe zu den Verbrechen eines Dritten zu diffamieren, ist unethisch, unverantwortlich und intellektuell unehrlich. Die Jacob‑Zuma‑Stiftung wird sich nicht an spekulativer Narrativbildung beteiligen, die sich als investigativer Journalismus tarnt. Die Sache ist damit abgeschlossen”, teilte Manyi mit.
Das sehen in Südafrika allerdings längst nicht alle so.

