Gegen den britischen Ex-Botschafter Mandelson wird wegen seiner Epstein-Verbindung weiter ermittelt. Nun wurden zwei Häuser durchsucht. Die Polizei hält sich noch bedeckt – spricht aber von “umfangreicher Beweiserhebung”.
Die Ermittlungen gegen den britischen Ex-Minister Peter Mandelson wegen seiner Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehen weiter. In einem Ermittler-Statement hieß es, es habe Durchsuchungen an zwei Adressen gegeben. Grund dafür seien Ermittlungen gegen einen 72-Jährigen wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt gewesen. Medienberichten zufolge ging es dabei um Mandelson.
Den Ermittlern zufolge wurde die betreffende Person nicht verhaftet. Zum Fall Mandelson gab die Polizei lediglich an, die Ermittlungen seien “komplex” und erforderten “umfangreiche weitere Beweiserhebung und -analyse”.
Epstein-Akten belegen Verbindung zu Mandelson
Dem ehemaligen Wirtschaftsminister wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die jüngst veröffentlichten Epstein-Akten legen erneut eine enge Freundschaft zwischen den beiden nahe. Mandelson äußerte sich bislang nicht zu diesen Vorwürfen. Erst kurz vor dem E-Mail-Austausch war Epstein wegen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden.
Mandelson war erst im Februar 2025 zum Botschafter in den USA ernannt worden. Den Posten verlor er bereits im vergangenen September wieder, als Dokumente belegten, dass er viel länger engen Kontakt zu Epstein pflegte, als er eingeräumt hatte.
Britische Regierung unter Druck
Seine einstige Ernennung setzt auch den britischen Premier Keir Starmer unter Druck. Der beteuerte, nichts von der engen Verbindung zu Epstein gewusst zu haben – und distanzierte sich mehrfach von Mandelson. Die Londoner Metropolitan Police hatte zum Beginn der Ermittlungen erklärt, die britische Regierung selbst habe Mandelson wegen Amtsmissbrauchs angezeigt und den Behörden Material übergeben.
Wegen des Skandals trat Mandelson auch aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab. Auf Druck des Parlaments hat die Regierung nun zugestimmt, interne Dokumente im Zusammenhang mit der Ernennung und Entlassung von Mandelson zu veröffentlichen. Laut BBC handelt es sich um mehr als 100.000 Dokumente, darunter E-Mails zwischen dem ehemaligen Botschafter und Regierungsmitgliedern.
