Nach zwei Rezessionsjahren in Folge ist die deutsche Wirtschaft 2025 erstmals wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die deutsche Wirtschaft ist 2025 nach zuvor zwei Rezessionsjahren in Folge wieder leicht gewachsen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent. “Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen”, erklärte die Präsidentin der Behörde, Ruth Brand.
Mit den nun veröffentlichten Zahlen, die noch auf vorläufigen Daten beruhen, deutet sich an, dass die deutsche Wirtschaft sich langsam aus der Rezession herausarbeitet. 2024 war die Wirtschaftsleistung noch um 0,5 Prozent zurückgegangen, 2023 um 0,9 Prozent.
Ökonomen trauen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa einem Prozent zu – begünstigt von einer höheren Zahl von Arbeitstagen und steigenden staatlichen Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur.
Richtiger Aufschwung wohl erst 2027
Einen spürbaren Aufschwung erwarten viele Fachleute allerdings erst ab 2027, wenn die gewaltigen Summen, die der Staat in die Hand nimmt, ihre volle Wirkung entfalten. Damit jedoch die Lockerung der Schuldenbremse und die so ermöglichten Ausgaben kein Strohfeuer erzeugen, seien Reformen zwingend.
Das Jahr 2025 werde absehbar das letzte Jahr mit einer derart schlechten Wirtschaftsleistung sein, sagte Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. “Deutschland wird sich 2026 aus der jahrelangen Rezession und Stagnation herausarbeiten, wenn auch das Wachstum noch etwas verhalten bleiben dürfte.”
Andere Ökonomen sehen die weitere Entwicklung kritisch. Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, kritisiert, dass er generell keine Strategie der Politik sehe, “um sich in der wandelnden Welt zu behaupten”. Der aktuelle Anstieg sei vor allem auf “das Doping mit dem Fiskalpaket” zurückzuführen.
Wachstum schon zum Jahresende
Schon jetzt sei die Investitionsschwäche weiter ersichtlich, sagte Destatis-Präsidentin Brand. Die Sonderausgaben für Straßen und Schienen sowie die Verteidigung konnten die Wirtschaftsleistung insgesamt zwar stützen. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten sei aber weniger investiert worden.
Gegensätzlich zur verbesserten generellen Wirtschaftslage nahmen die Exporte 2025 im dritten Jahr in Folge ab, sie gingen um 0,3 Prozent zurück. “Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China”, sagte Brand.
Bereits zum Jahresende nahm die deutsche Wirtschaft etwas an Fahrt auf. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass das BIP im Vergleich zum dritten Quartal um ebenfalls um 0,2 Prozent zugelegt habe. Auch diese Einschätzung beruht auf vorläufigen Daten.
