Ein Vorauskommando der Bundeswehr ist unterwegs in die Arktis. Die 13 Soldaten sollen dort erkunden, welchen Beitrag Deutschland für die Sicherheit Grönlands gewährleisten kann.
Deutschland schickt Soldaten nach Grönland: Ein Vorauskommando der Bundeswehr fliegt zunächst nach Dänemark und von dort aus am Freitag mit einem dänischen Erkundungsteam weiter in die Arktis. Die 13 deutschen Soldaten werden als Teil eines europäischen Teams in die Hauptstadt Nuuk gebracht. Ziel ist es, die Bedingungen für eine Sicherung in der Region zu erkunden.
Erkundung des Seeraums um Grönland
Die deutschen Soldaten sollen bei ihrem Einsatz vor allem die Möglichkeiten einer Seeraum-Überwachung prüfen, vor allem rund um die grönländische Hauptstadt. Vorerst sollen sie bis Samstag auf der Insel bleiben, hieß es aus Berlin.
Deutschland folgt damit einer Einladung Dänemarks. Auch die NATO-Länder Frankreich, Schweden und Norwegen beteiligen sich an der Mission. 15 Gebirgsjäger aus Frankreich sind bereits in Nuuk eingetroffen. Der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d’Arvor, sprach gegenüber dem Sender France Info von einem “starken politischen Signal”. Ziel sei es, “den USA zu zeigen, dass die NATO in Grönland präsent ist”.
“Sehr gut mit den USA abstimmen”
Die Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten zuvor keine Ergebnisse gebracht. Ein Gespräch in Washington ging am Mittwoch ohne Lösung zu Ende. US-Präsident Donald Trump hält an seinen Plänen fest, die Insel unter seine Kontrolle zu bringen und begründet dies mit einer angeblichen Bedrohung durch Russland und China. Auch eine gewaltsame Einnahme schließt er nicht aus.
Bei den europäischen NATO-Partnern löste dies Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der NATO ist. Die Regierung in Kopenhagen lehnt eine Übernahme durch die USA ab.
Auch die Bundesregierung hatte sich klar dagegen gewandt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Russland und China die Arktis zunehmend militärisch nutzten und “damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege infrage” stellten. Die NATO werde das nicht zulassen. Entscheidend sei, dass sich Deutschland bei der gemeinsamen Erkundung in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der NATO, vor allem mit den USA, sehr gut abstimmten.
