Deutsche Reeder begrüßen Trump-Vorschlag zum Schutz der Schifffahrt

Deutsche Reeder begrüßen Trump-Vorschlag zum Schutz der Schifffahrt

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.

Stand: 04.03.2026 • 19:25 Uhr

Zahlreiche Schiffe sind wegen des Iran-Krieges im Persischen Golf eingeschlossen. US-Präsident Trump erwägt deshalb Geleitschutz durch die US-Marine. Bei deutschen Reedern weckt das Hoffnung – und Zweifel zugleich.

Derzeit können Schiffe den Persischen Golf wegen des Iran-Kriegs nicht verlassen. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat deshalb eine Idee von US-Präsident Donald Trump begrüßt. “Um den im Persischen Golf eingeschlossenen Schiffen zeitnah die Ausfahrt aus dem Kriegsgebiet zu ermöglichen, ist ein Marine-Geleitschutz dringend notwendig”, teilte der Verband der Nachrichtenagentur dpa mit.

Zuvor hatte Trump angekündigt, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus – die an den Persischen Golf angrenzt – sichern zu wollen. Durch dieses Nadelöhr vor der Küste des Irans führt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. “Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren”, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

VDR: Mehr als 30 Schiffe deutscher Reeder eingeschlossen

Der VDR geht inzwischen davon aus, dass mindestens 30 Schiffe deutscher Reedereien im Persischen Golf eingeschlossen sind. Denn die Straße von Hormus ist wegen der Gefahr von Angriffen praktisch gesperrt.

Auch der internationale Schifffahrtsverband BIMCO begrüßte Trumps Vorstoß. Dessen Ankündigung, Tanker eskortieren zu lassen, klinge “interessant”. Der Verband warte auf weitere Details. “Allerdings ist es unrealistisch, allen Tankern, die in derzeit von Iran bedrohten Gebieten operieren, Schutz zu gewähren”, teilte BIMCO weiter mit.

Hapag-Lloyd-Flottenchefin zweifelt an Trump-Geleitschutz

Die Flottenchefin von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd, Silke Lehmköster, glaubt derweil nicht an einen schnellen militärischen Schutz von Handelsschiffen zur Passage der Straße von Hormus. “Die Hoffnung ist groß, aber unsere Erwartung ist relativ gering”, sagte Lehmköster dem “Spiegel” in einem Interview. Momentan herrsche am Persischen Golf Krieg – “und die Marineschiffe sind mit anderen Dingen beschäftigt, anstatt uns Geleitschutz zu geben”.

Der von Trump in Aussicht gestellte Geleitschutz für Tanker sei außerdem nicht so einfach. “Schiffe bewegen sich, eine Eskorte müsste aber relativ nah am Handelsschiff bleiben”, sagte Lehmköster, die selbst Kapitänin ist. “Die Marineschiffe haben ja nur einen gewissen Radius, in dem sie einen überhaupt luftmäßig beschützen können”, sagte sie. Es bräuchte überall ein Marineschiff, wo auch nur ein Handelsschiff ist. “Wenn man das auf die Anzahl der Schiffe im Persischen Golf hochskaliert, merkt man schnell, dass das schwierig ist.”

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