marktbericht
Alle Augen sind heute nach Davos gerichtet. Auf dem Weltwirtschaftsforum bleibt der Grönland-Konflikt mit einer Rede des US-Präsidenten das beherrschende Thema. Dem DAX steht ein unruhiger Tag bevor.
Der Zollschock sitzt tief. Nach zwei schwachen Handelstagen steht dem DAX ein weiterer unruhiger Tag bevor.
Die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über Grönland notfalls mit neuen Zöllen zu erzwingen, haben auch die Wall Street belastet. Im späten Geschäft gerieten die Kurse in New York noch etwas weiter unter Druck, was auch den DAX zum Handelsstart belasten dürfte. Der Dow Jones büßte letztlich 1,8 Prozent ein.
Auch die asiatischen Börsen standen unter dem Eindruck des drohenden Handelskonflikts. Der japanische Nikkei-Index gab um 1,1 Prozent nach. Auf der Suche nach Sicherheit trieben Anleger Gold und Silber auf neue Rekordstände.
“Sell-America-Trades” gehen vorerst weiter
“Der ‘Sell America’-Handel war die treibende Kraft hinter den großen Marktbewegungen über Nacht, da die Anleger ihr Engagement in den USA reduzieren wollten, die von vielen als unzuverlässiger Partner mit einer selbstzerstörerischen Politik angesehen werden”, sagte Mantas Vanagas, Ökonom bei der australischen Bank Westpac.
Märkte blicken nach Davos
Alle Augen sind nun auf das Weltwirtschaftsforum in Davos gerichtet, wo Trump heute Nachmittag eine Rede halten will. Darin wird er sicherlich auf seinem Anspruch auf Grönland beharren. Vor den in der Schweiz anstehenden Gesprächen mit führenden Politikern hatte Trump keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit gelassen.
Die Spannungen in der Grönland-Krise werden also weiterhin das beherrschende Thema an der Börse bleiben. Nach der jüngsten Rekordrally bleiben viele Anleger von der Sorge geplagt, etwas zu verpassen, und zuletzt war immer wieder Kaufbereitschaft aufgekommen. Anleger sollten aber auch bedenken, dass der DAX beim letzten Zollschock zunächst über 18 Prozent verloren hatte. Dagegen nehmen sich die bisher 2,3 Prozent Verlust im deutschen Leitindex noch recht bescheiden aus.
Für Unterhaltung ist gesorgt
Allerdings ist die Börse heute auch um eine Erfahrung reicher. Nie hat Trump seine ursprünglichen Zolldrohungen voll umgesetzt, und auf den scharfen Einbruch im vergangenen April folgte eine noch stärkere Kurserholung.
Über all dem schwebt noch eine Untersuchung des Obersten Gerichts der USA, die klären soll, ob der US-Präsident überhaupt Zölle im Alleingang verhängen darf. Eine Entscheidung des Supreme Court könnte möglicherweise in den kommenden Tagen fallen. Anlegerinnen und Anlegern stehen also weiterhin spannende Börsentage bevor.
