marktbericht
Ungeachtet der geopolitischen Lage setzt der DAX seinen Rekordlauf auch in der neuen Woche fort. An den Rohstoffmärkten schlägt sich das Weltgeschehen deutlicher nieder.
Dem DAX ist ein Wochenstart nach Maß gelungen. Gegen Mittag erreichte der deutsche Leitindex einen Rekordstand von 25.387 Punkten, ein Plus von knapp einem halben Prozent.
Lage im Iran verunsichert Ölmarkt
Damit trotzt der DAX den neuen geopolitischen Entwicklungen, insbesondere im Iran. Diese lösen deutlich mehr Unruhe an den Rohstoffmärkten aus, insbesondere am Ölmarkt. Schon Ende der vergangenen Woche hatten die Ölpreise angesichts der Eskalation im Iran deutlich angezogen. Heute legt der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent weiter zu. Gegen Mittag kostet ein Barrel 63,16 Dollar, das sind 0,3 Prozent mehr als am Freitag. Mitte der vergangenen Woche waren zeitweise noch weniger als 60 Dollar pro Barrel bezahlt worden.
Im Iran gehen aktuell die Massenproteste gegen das Regime trotz wachsender Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer weitgehenden Internetsperre weiter. Mögliche neue Sanktionen der EU oder gar ein Eingreifen der USA könnten die Ölausfuhren des Landes weiter einschränken. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, das Militär prüfe “starke Optionen” für ein Eingreifen, sprach aber auch von einem Verhandlungsangebot Teherans.
Experten erwarten steigendes Ölangebot
Dagegen hatte die Lage in Venezuela zuletzt eher für Entspannung an den Ölmärkten gesorgt. US-Präsident Trump hatte am Wochenende Führungskräfte von US-Ölkonzernen gedrängt, sich in dem südamerikanischen Land massiv zu engagieren. Sollte es zu solchen Engagements kommen, würde es eine ganze Weile dauern, bis sich diese in nennenswerten Exportsteigerungen niederschlagen. Gleichwohl erwarten Experten mittelfristig mehr venezolanisches Öl auf dem Weltmarkt. Für 2026 rechnen die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs ohnehin schon mit einem weltweiten Überangebot, das auf die Preise drücken dürfte.
Bereits 2025 waren die Ölpreise um fast ein Fünftel gefallen, nachdem sie auch in den beiden Jahren davor gesunken waren. Ende 2022 hatte ein Fass der Sorte Brent noch rund 85 Dollar gekostet. Kurz nach dem Start des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar war der Brent-Preis sogar bis auf fast 140 Dollar gestiegen.
Angriff auf die Fed treibt Gold
Noch deutlicher als die Ölnotierungen zieht heute der Goldpreis an. Eine Feinunze kostet gegen Mittag 4.583 Dollar, das ist knapp ein Prozent mehr als am Freitag. Einen Kurstreiber erster Güte stellt die drohende Anklage gegen US-Notenbankchef Jerome Powell dar, die als weiterer Angriff der Regierung Trump gegen die Unabhängigkeit der Zentralbank verstanden wird. Sinkt das Vertrauen eine Währung, schlägt sich das im Goldpreis dieser Währung nieder.
