DAX läuft seitwärts: Fed-Termin verspricht neue Impulse

DAX läuft seitwärts: Fed-Termin verspricht neue Impulse

Ein Bürogebäude mit dem Wappen der Federal Reserve ist in Washington, D.C. zu sehen.


marktbericht

Stand: 27.01.2026 13:55 Uhr

Am Aktienmarkt bewegt sich derzeit wenig. Neuigkeiten zur US-Geldpolitik dürfte die morgige Zinssitzung der Notenbank bringen. Der Zinsausblick der Märkte hängt auch stark von Personalien ab.

Der deutsche Aktienmarkt sucht weiter nach Orientierung. Nach einem leichten Plus zum Start ist der DAX wieder ins Minus gedriftet. Gegen Mittag bewegt er sich seitwärts knapp über der Marke von 24.900 Punkten.

Neue Impulse verspricht vor allem die zweite Wochenhälfte. Der geldpolitische Termin der Woche ist der Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch. Eine Leitzinsänderung wird nicht erwartet. Die Fed Funds Rate dürfte in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharren.

Beobachter erhoffen sich vielmehr Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren wollen. Derzeit erwarten die meisten Marktteilnehmer die nächste Zinssenkung erst im Juni.

Wenig Raum für Zinssenkungen

Viel Raum für weitere Zinssenkungen gibt es bisher auch nicht. Auch in den Vereinigten Staaten bleibt die Teuerung hartnäckig. Im Dezember verharrte sie bei 2,7 Prozent. Die Kernrate, also ohne die Kosten für Nahrungsmittel und Energie, lag bei 2,6 Prozent.

“Der Fed kommt die schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann”, kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

Wer folgt auf Jerome Powell?

Für die Zinsaussichten spielt auch die Frage eine große Rolle, wer auf Jerome Powell als Notenbankchef folgt. Powells Amtszeit endet im Mai. Beobachter erwarten, dass US-Präsident Donald Trump einen Nachfolger ernennt, der sich für stärkere Leitzinssenkungen einsetzt.

Die Märkte hatten schon damit gerechnet, dass Trump seinen Wirtschaftsberater Kevin Hassett an der Fed-Spitze installiert. Der US-Präsident hatte allerdings zur Überraschung vieler Beobachter verlautbart, dass er Hassett lieber auf seinem Posten im Weißen Haus belassen wolle. Jetzt werden Rick Rieder, Top-Manager beim Vermögensverwalter Blackrock, und der frühere Notenbanker Kevin Warsh als Nachfolger gehandelt.

“Unter neuer Führung könnte der Leitzins im Juni noch einmal um einen Viertelprozentpunkt gesenkt werden”, erwartet Volkswirt Felix Schmid von der Berenberg Bank. Eine darüber hinaus gehende deutliche Lockerung der Geldpolitik, wie von Trump gewünscht, scheine jedoch unwahrscheinlich. Schließlich seien Rieder und Warsh eher moderate Kandidaten.

Zudem kann Trump die Stelle von Notenbank-Direktorin Lisa Cook voraussichtlich nicht neu besetzen. Das Oberste Gericht der USA hat zuletzt deutliche Zweifel am Versuch von Trump geäußert, Cook sofort zu entlassen.

Attacken schlagen sich zunehmend an Märkten nieder

Trump attackiert Powell schon lange wegen seiner geldpolitischen Haltung. Zuletzt war der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen den Fed-Chef eskaliert. Die heftigen Angriffe Trumps auf die Unabhängigkeit der Notenbank verunsichern die Märkte zunehmend.

Während die Preise für Gold und Silber Rekorde in Serie erreichen, steht der Dollar zunehmend unter Druck.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *