marktbericht
Für Palantir läuft das Geschäft. Die Datenanalyse-Software liefert Rekordeinnahmen. Doch Debatten über ethische Grenzen und Geschäftsmodell halten an. Der DAX erholt sich weiter.
Das US-Unternehmen Palantir beherrscht inzwischen regelmäßig die Schlagzeilen. Das Unternehmen liefert Software, die riesige Datenmengen durchdringt. Es ist in diesem Sinne längst nicht nur für Unternehmen spannend, sondern auch für eine Reihe staatlicher Behörden.
Die Wachstums-Story
Über diese KI-Tools von Palantir lassen sich zwei spannende Geschichten erzählen. Die eine ist eine glänzende, in der Palantir mit immer neuen Aufträgen hervorsticht, auch aus Deutschland. Eine Story, die zeigt, wie Technologie und Wachstum zusammengehen und wie aus Algorithmen ein dynamisches Geschäft wird.
Gut zu sehen an den aktuell veröffentlichten Zahlen: Palantir knackte im vierten Quartal 2025 beim Umsatz 1,4 Milliarden Dollar. Das übertraf selbst kühnste Analystenerwartungen. Besonders das Geschäft mit der US-Regierung boomte, allein hier flossen 570 Millionen Dollar, was einem Wachstum von stolzen 66 Prozent entspricht. Und der Trend dürfte sich 2026 fortsetzen, neue Aufträge nähren die Wachstumsfantasien. Palantir rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 60 Prozent.
Aktie im Höhenflug
An der Börse hinterlässt das bemerkbar Spuren. Die Aktie ist nach Veröffentlichung des jüngsten Zahlenwerks deutlich geklettert, um mehr als zehn Prozent. Über die vergangenen zwei Jahre hat sich der Kurs vervielfacht: Anfang 2024 war das Papier noch für rund 15 Euro zu haben.
Danach ging es rasant nach oben bis auf ein Hoch von 179 Euro im November 2025. Doch das ist kein Selbstläufer. Mittlerweile ist die Aktie wieder auf rund 125 Euro zurückgekommen – was auch mit der anderen, nicht minder spannenden Geschichte zusammenhängt. Diese zweite Geschichte dreht sich um die ethische Debatte – und die Frage, wie viel Staat im Datenalltag steckt.
Die Ethik-Story
Kritiker sehen in der Zusammenarbeit Palantirs mit staatlichen Stellen wie der US-Einwanderungsbehörde ICE problematische Grenzen. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Informationen Palantir erarbeitet, und wie weit staatliche Eingriffe reichen können.
Auch in Deutschland schlägt die Debatte hohe Wellen. Palantir liefert Software an mehrere Bundesländer, sie nutzen sie für Sicherheits- und Verwaltungszwecke. Datenschützer und Bürgerrechtsorganisationen warnen vor möglichen Eingriffen in die Privatsphäre und diskutieren die Risiken: Werden Bürgerrechte durch Algorithmen ausgehebelt? Konzernchef Alex Karp betont hingegen, dass der Datenschutz durch fein abgestufte Zugriffsrechte gewahrt werde.
Tech-Exodus aus Kalifornien
Ein Blick auf die Geschichte des Unternehmens zeigt, dass Palantir auch räumlich in Bewegung ist. Der Konzern hatte schon vor einigen Jahren seinen Hauptsitz verlegt, aus dem Silicon Valley nach Denver in Colorado. Ein Schritt, der damals für Aufsehen sorgte. Kritiker sahen darin auch ein politisches Statement – gegen die kulturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen Kaliforniens.
Der Schritt passt in einen größeren Trend: In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Tech-Konzerne Kalifornien verlassen oder ihre Sitze zumindest teilweise verlegt. Tesla etwa zog 2021 nach Austin, Texas. Hewlett Packard Enterprise in den Südosten der USA, und auch SpaceX und Palantirs Mitgründer Peter Thiel verlegten private und geschäftliche Adressen aus steuerliche und strategischen Gründen. Ein Phänomen, das auch als Tech-Exodus aus Kalifornien bezeichnet wird.
Zwischen Ethik und Standortwahl
Viele dieser Firmen werden von Milliardären geführt, die zunehmend Standorte mit weniger strikten Regeln suchen – und die Standortwahl strategisch mit Einfluss und Wachstum verbinden. Nicht zuletzt Peter Thiel ist hier ein Faktor. Als Mitbegründer und politisch einflussreicher Investor prägt er Palantirs Richtung – und sorgt gleichzeitig für Kritik. Thiels Nähe zu konservativen Kreisen und sein Einfluss auf strategische Entscheidungen werfen Fragen auf, wie unabhängig das Unternehmen agiert und welche ethischen Kompromisse im Hintergrund getroffen werden.
DAX im Plus
Am Finanzmarkt war nach dem jüngsten Absturz der Gold- und Silberpreise der Rohstoffmarkt weiter Thema. Die Edelmetall-Kurse haben sich erholt – und das hat auch die Aktienmärkte weiter angetrieben. Der DAX sprang zeitweise erneut über die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten und zog in der Spitze um 1,2 Prozent an auf 25.098 Punkte.

