China wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands

China wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands

Voll beladene Containerschiffe im Hafen von Qingdao, China.

Stand: 20.02.2026 • 16:43 Uhr

China hat die USA im Jahr 2025 wieder als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst. Die USA waren aber größter Abnehmer deutscher Exportwaren – trotz der von US-Präsident Trump verhängten Zölle.

China ist im vergangenen Jahr wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner gewesen und damit an den Vereinigten Staaten vorbeigezogen. Das Volumen der Importe und Exporte mit der Volksrepublik summierte sich 2025 auf 251,8 Milliarden Euro.

An den Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlichte, lässt sich dabei vor allem ablesen, wie groß die Verwerfungen für die deutsche Exportwirtschaft in Donald Trumps erstem Amtsjahr waren. Denn der Anteil Chinas am deutschen Umsatz im Außenhandel hat sich insgesamt kaum verändert – er liegt konstant bei 8,6 Prozent.

Das Handelsvolumen mit den USA, im Jahr zuvor Deutschlands wichtigster Partner, brach um fast 13 Milliarden Euro ein und macht jetzt nur noch 8,2 Prozent der deutschen Aus- und Einfuhren aus. 2024 waren es noch knapp neun Prozent.

Wichtige Handelspartner bleiben andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Nachbarländer Niederlande und Frankreich sind die wichtigsten Handelspartner nach China und den USA. Insgesamt gehen mehr als 50 Prozent des deutschen Warenhandels über europäische Grenzen – der Handel mit europäischen Staaten macht 1.574,5 Milliarden Euro aus.

China und USA sperren sich gegen deutsche Importe

Sowohl China als auch die USA werden dabei immer weniger zu Abnehmern deutscher Exporte. Zwar bleiben die USA der größte Absatzmarkt für deutsche Produkte im Ausland, doch der Export schrumpfte um mehr als neun Prozent. Besonders Autos und dazugehörige Teile, ein traditionell starkes Segment unter den deutschen Lieferungen, litten unter den verschärften US-Zöllen – der Umsatz ging um 17,8 Prozent zurück.

Der Warenhandel nach China brach um fast zehn Prozent ein, während gleichzeitig der Umsatz bei den Importen mit mehr als 170,6 Milliarden mittlerweile mehr als doppelt so hoch liegt. Das Handelsdefizit mit der Volksrepublik beträgt damit inzwischen fast 90 Milliarden Euro.

Volkswirt Sebastian Dullien von der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung sieht einen weiteren Trend: “Höhere Handelsschranken für chinesische Lieferungen in die USA bedeuten, dass diese Waren auch nach Europa umgeleitet werden.” Das schlage sich in den gestiegenen deutschen Importen aus China nieder und erhöhe den Konkurrenzdruck für deutsche Unternehmen auf sämtlichen Märkten. China versuche, in zentralen Schlüsselbranchen Weltmarktführer zu werden.

Merz wird auf China-Reise werben müssen

Dirk Jundra, der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, urteilte zum Einbruch des Exporthandels mit China: “Das ist kein konjunktureller Ausrutscher, das ist ein Warnsignal.” Er fordert, Lieferketten breiter aufzustellen, neue Märkte zu erschließen und eine dringende Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit.

Auf seiner China-Reise in der kommenden Woche wird Bundeskanzler Friedrich Merz für deutsche Interessen werben müssen. Industrievertreter fordern unter anderem, dass China nicht mehr durch Subventionen und bei der Vergabe öffentlicher Aufträge unfair eigene Unternehmen bevorteilt. Auch die scharfen Exportkontrollen auf seltene Erden sind ihnen ein Dorn im Auge.

Neue Partner gesucht

Die Suche nach neuen, verlässlichen Handelspartnern läuft derweil. Im Januar unterzeichnete die EU nach über 25 Jahren Verhandlungen ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, Ende des Monats folgte ein weiteres mit Indien.

Noch spielen beide eine eher untergeordnete Rolle unter den Handelspartnern. Auf sie entfallen je rund ein Prozent des deutschen Außenhandelsumsatzes.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *