China kritisiert US-Angriff und fordert Freilassung Maduros

China kritisiert US-Angriff und fordert Freilassung Maduros

Menschen beobachten auf einem TV in Peking den US-Angriff auf Venezuela

Stand: 05.01.2026 07:48 Uhr

Venezuela gilt als ein wichtiger Partner Chinas in Lateinamerika. Nach dem US-Angriff übt Peking scharfe Kritik und stellt sich als Hüter des Völkerrechts dar.

Benjamin Eyssel

China hat die US-Kommandoaktion in Venezuela scharf kritisiert. Peking lehne Gewalt und Willkür eines Landes gegenüber anderen entschieden ab, zitieren chinesische Staatsmedien Chinas Außenminister Wang Yi.

Chinas Führung glaube nicht, dass ein Land die Rolle eines Weltpolizisten spielen und sich zum internationalen Richter ernennen könne, kritisierte Wang demnach die Vereinigten Staaten. In einer Mitteilung forderte das Außenministerium in Peking von den USA, den gefangen genommenen Staatschef Nicolás Maduro und seine Frau wieder freizulassen.

Maduro empfing kurz vor Festnahme Chinesen

Venezuela gilt als ein wichtiger Partner der Volksrepublik in Lateinamerika, China ist mit Abstand der größte Käufer von venezolanischem Öl. Nur wenige Stunden vor seiner Festnahme empfing Maduro in Caracas eine offizielle chinesische Delegation, das zeigen Fotos und Videos, die Maduro auf seinen Social-Media-Plattformen veröffentlicht hatte.

Dass Chinas Führung direkt in den Konflikt eingreift, gilt als unwahrscheinlich. Peking versucht den US-Einsatz aber politisch für sich zu nutzen – stellt sich beispielsweise als Hüter des Völkerrechts und regelbasierter Ordnung dar. China unterstützt, gemeinsam mit Russland, eine von Venezuela beantragte Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats heute.

Rechtfertigung für Militäreinsatz gegen Taiwan?

Einige Beobachter befürchten, dass Chinas Führung mit ähnlicher Rechtfertigung wie US-Präsident Donald Trump einen Militäreinsatz gegen Taiwan starten könnte. Die kommunistische Regierung in Peking beansprucht die demokratisch regierte Insel als eigene Staatsgebiet und droht regelmäßig mit Krieg, sollte es nicht zu einem friedlichen Anschluss an die Volksrepublik kommen. Vergangene Woche hat Chinas Militär erneut eine große Militärübung rund um Taiwan abgehalten.

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