Der Geschäftsbericht der Bundesbank für 2025 wirft Fragen auf. Denn wie im Jahr davor verbucht sie wieder einen erheblichen Verlust. Ein Drama ist das aus Sicht der Bundesbanker aber nicht.
Das zweite Jahr in Folge macht die Bundesbank einen Milliardenverlust. Für 2025 ergab sich unter dem Strich ein Minus von 8,6 Milliarden Euro. Das war zwar etwa halb so viel wie im Jahr davor. Trotzdem war es der zweitgrößte Fehlbetrag in der Geschichte der Bundesbank.
“So unerfreulich es ist, Verluste melden zu müssen, eines sollte dabei nicht aus dem Blick geraten”, sagt Bundesbankpräsident Joachim Nagel bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main: “Die Bundesbank hat weiter eine solide Bilanz.” Zwar habe sie weiter finanzielle Belastungen zu tragen, aber diese würden nachlassen.
Bundesbank muss höhere “Sparzinsen” zahlen
Im Grunde sind es Altlasten, mit denen sich die Bundesbank herumschlägt. Während der Krisen der letzten Jahre ist sie immer wieder eingesprungen. Sie hat im großen Stil Wertpapiere von Staaten und Unternehmen gekauft, um diese zu unterstützen.
Nun sitzt die Bundesbank auf einem Berg langlaufender Anleihen, die sie nur langsam los wird und die ihr nur geringe Erträge bringen. Auf der anderen Seite hat sie wieder höhere Ausgaben. Sie muss den Geschäftsbanken höhere “Sparzinsen” zahlen, wenn diese das überschüssige Geld ihrer Kunden über Nacht dort parken.
Auf den Gewinn kommt es auch gar nicht an
Beim Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE in Frankfurt heißt es, auch wenn die Bundesbank durch ihre Krisenpolitik in die Miesen geraten sei, habe sie richtig gehandelt. Gerade während der Corona-Pandemie seien die Anleihekäufe sinnvoll gewesen, meint der wissenschaftliche Direktor des Instituts, Florian Heider: “Dadurch wurde die Luft aus der Krise genommen, sie wurde bekämpft.”
Anders als Geschäftsbanken würde die Bundesbank auch gar nicht gewinnorientiert arbeiten, sagt Finanzexperte Heider. Wenn sie Verluste mache, würden dadurch auch keine Kosten entstehen. “Außer vielleicht, dass der Bund in dem Fall eben nicht mit Profiten der Bundesbank rechnen kann”, so Heider. Aber darauf habe er keinen Anspruch.
Überweisung Richtung Berlin fällt erneut aus
In früheren Jahren hatte Berlin aus Frankfurt jedes Jahr eine Überweisung von mindestens zweieinhalb Milliarden Euro bekommen. Doch mittlerweile ist dieser Geldsegen schon zum sechsten Mal in Folge ausgeblieben. Wann es wieder soweit sein könnte, ließ Bundesbankpräsident Nagel offen.
Denn auch für das laufende Jahr erwartet Nagel rote Zahlen. Wann die Bundesbank wieder schwarze Zahlen schreiben werde, könne er bisher ebenfalls nicht sagen. Zugleich hat der Bundesbank-Chef aber auch Erfolge vorzuweisen.
Denn selbst im Falle von Verlusten könne die Bundesbank ihre Aufgaben weiter vollumfänglich erfüllen, betont Nagel. Mit Blick auf die Inflation meint er: “Unter dem Strich haben wir im Jahr 2025 etwas sehr Wichtiges erreicht, im Euro-Raum herrscht Preisstabilität.”
Bundesbanker bleiben “wachsam”
Das hat für die Bundesbank laut Nagel oberste Priorität. Dafür werde sie weiterhin alles Notwendige tun. In Deutschland lag die Inflationsrate laut statistischem Bundesamt zuletzt bei 1,9 Prozent. Damit war sie nah dran am europäischen Inflationsziel von zwei Prozent.
Angesichts der Situation im Nahen Osten bleiben die Bundesbanker nach eigenen Aussagen allerdings wachsam. Denn würde Energie dadurch dauerhaft teurer, könnten in Folge auch die Verbraucherpreise wieder steigen.
