Auch wegen Trump: Warum ALDI in den USA expandieren will

Auch wegen Trump: Warum ALDI in den USA expandieren will

Aldi Filiale in in Williamsport, Pennsylvania, USA.

Stand: 13.01.2026 10:52 Uhr

Der Einzelhandelsriese ALDI plant in den USA 180 neue Filialen. Dabei profitiert der deutsche Discounter auch von der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump.

Angela Göpfert

Die Discount-Supermarktkette ALDI will in diesem Jahr in den USA mehr als 180 neue Filialen eröffnen – als Teil eines neun Milliarden Dollar schweren Fünfjahresplans. Bis Ende 2026 will der Einzelhandelskonzern die Zahl seiner US-Filialen auf nahezu 2.800 nach oben schrauben – und so seinem Ziel von 3.200 Standorten bis 2028 näherkommen.

Zudem plant ALDI, neue Bundesstaaten wie Maine und Colorado zu erschließen und neue Logistikzentren in Florida, Arizona und Colorado zu eröffnen. Zu den strategischen Maßnahmen zählen auch erweiterte Lieferoptionen über Dienste wie etwa Uber Eats.

Zuletzt auf Platz 14 in den USA

ALDI feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum in den USA – und trifft aktuell mit günstigen Eigenmarken und einem minimalistischen Einkaufserlebnis bei den US-Bürgern offenbar einen Nerv. Laut US-Chefin Atty McGrath hat im vergangenen Jahr jeder dritte US-Haushalt bei ALDI eingekauft.

Das Unternehmen zählt zu den am schnellsten wachsenden Einzelhändlern des Landes – hat aber auch noch ordentlich Luft nach oben. Laut der “NRF Top 100 Retailers 2025“-Liste rangiert ALDI im US-Einzelhandel bei den Umsätzen auf Platz 14; also deutlich hinter den ganz großen Ketten wie Walmart, Amazon, Costco oder Kroger.

Teuerung durch Trumps Zollpolitik

Ein Teil des jüngsten Erfolges von ALDI ist dabei auch die erratische Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump. Hohe Zölle auf importierte Waren wie Obst, Gemüse und Reis treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe. Die Inflationsrate war in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr zeitweise bis auf 3,0 Prozent gestiegen.

Das lässt viele Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA notgedrungen preisbewusster beim Einkauf werden: Sie greifen verstärkt bei erschwinglichen Produkten und Eigenmarken zu. Das kommt Discountern wie Walmart, Dollar General und eben auch ALDI zugute.

US-Inflation “künstlich gedrückt”?

Einige Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass der zollbasierte Inflationsschock in der zweiten Jahreshälfte 2026 nachlassen dürfte. Im November hatte die Inflationsrate in den USA bei 2,7 Prozent gelegen – und damit deutlich unter den Erwartungen.

Doch das sei kein Anzeichen für einen wirklich nachlassenden Preisdruck gewesen, wie Michael Pfister von der Commerzbank klarstellt: “Der Grund dafür liegt auf der Hand, bei einigen Gütern, bei denen aufgrund des Shutdowns keine Preissteigerung gemessen werden konnte, wurde einfach der Vormonatswert vom Preisniveau fortgeschrieben, was die Inflation künstlich gedrückt hat.”

Spannend ist nun, ob es im Dezember wieder zu einem größeren Preisanstieg gekommen ist.

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